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Panorama „Das Geld ist weg“: Ernst August hat keine Mittel für Marienburg
Nachrichten Panorama „Das Geld ist weg“: Ernst August hat keine Mittel für Marienburg
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20:28 31.01.2019
Ernst August Erbprinz von Hannover. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Ernst August von Hannover junior kann zur Sanierung des Schlosses Marienburg eigenen Angaben zufolge nicht genügend eigene Geldreserven einsetzen. „Ich wäre froh und stolz, wenn ich das Schloss allein erhalten könnte. Aber ich kann es einfach nicht“, sagte der 35-Jährige der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag).

Die Öffentlichkeit mache sich völlig falsche Vorstellungen vom Reichtum seiner Familie, die zu den ältesten europäischen Adelshäusern zählt. „Es ist … ein Mythos, dass das Welfenhaus unermesslich reich sei“, sagte der in London aufgewachsene Banker.

„Ganz ehrlich: Woher soll ich denn so reich sein? Der mir 2004 übertragene Grundbesitz ist weitaus geringer als oft behauptet, und er bestand – abseits der denkmalgeschützten Gebäude – vor allem aus land- und forstwirtschaftlichen Flächen.“ Die Erträge daraus reichten nicht zum Erhalt und zur Sanierung von Schloss Marienburg. Liquides Vermögen sei ihm nicht übertragen worden.

„Das Geld ist weg“

Im „HAZ“-Interview äußerte sich der Prinz auch zum Verbleib der 44 Millionen Euro, die er 2005 beim einem Kunstverkauf auf dem Schloss eingenommen hatte und die zu guten Teilen zur Sanierung des Gebäudes vorgesehen waren: „Das Geld ist weg. Ein Großteil des Nettoerlöses wurde für Verbindlichkeiten verwendet, die sich in den Jahren aufgestaut hatten, bevor ich die Verantwortung übernommen hatte. Die in erheblichem Maß aufgelaufenen Schulden meines Vaters mussten getilgt und Umfinanzierungen vorgenommen werden.“

Zu seinem Vater, dem Ehemann von Caroline von Monaco, sagte er: „Die Altschulden, die mein Vater angehäuft hatte, (waren) erheblich höher als befürchtet. Ich möchte nicht darüber spekulieren, womit er diese angehäuft hat. Sicher ist nur, dass damit keine Vermögenswerte geschaffen wurden, auf die wir für den Erhalt des Schlosses zurückgreifen könnten. Dieses Geld ist verloren.“

Streit um die Marienburg

Das Land Niedersachsen hatte eine Übernahme des Schlosses durch eine Tochter der Klosterkammer Hannover für den symbolischen Preis von einem Euro auf Eis gelegt, nachdem Ernst August senior die Schenkung der Marienburg an seinen Sohn widerrufen hatte.

Kritische Nachfragen in der Landespolitik gab es auch wegen des Verbleibs der Erlöse aus der Kunstversteigerung. Der Adelige hofft weiter, dass die Übernahme des Schlosses durch die öffentliche Hand doch noch zustande kommt. Die Sanierungskosten in Höhe von geschätzten 27 Millionen Euro wollten sich Land und Bund teilen.

Von RND/dpa