Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Cosby-Prozess: Klägerin bricht ihr Schweigen
Nachrichten Panorama Cosby-Prozess: Klägerin bricht ihr Schweigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:16 07.06.2017
Angeklagt: Bill Cosby erscheint zum zweiten Prozesstag vor Gericht. Quelle: imago
Norristown

Diesen Moment muss Bill Cosby gefürchtet haben. Am Dienstag trat erstmals Andrea Constand in den Zeugenstand, um in dem Strafprozess wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Entertainer auszusagen. Nach zwölf Jahren brach Constand damit erstmals ihr Schweigen. Sie berichtete, wie sie Cosbys Annäherungsversuche zweimal ausgeschlagen habe, bevor er sie betäubt und anschließend missbraucht habe.

Cosby wird in dem Prozess beschuldigt, Constand 2004 Tabletten gegeben zu haben, um sich anschließend an ihr zu vergehen. Für den Prozess sind zwei Wochen angesetzt. Sollte Cosby schuldig gesprochen werden, drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Constand, die 2004 Direktorin des von Cosby unterstützten Basketballprogramms der Temple University war, berichtete mit leiser Stimme, wie ihr der Entertainer 2002 bei einem Basketballspiel vorgestellt wurde: „Danach hat er mich regelmäßig angerufen. Es ist eine Freundschaft daraus geworden und er hat mich zu sich nach Hause zum Dinner eingeladen.“ Nach dem Essen kam der Komiker dann zur Sache. Constand: „Er hat mit der einen Hand meine Hüfte angefasst und mit der anderen versucht, den Knopf meiner Hose aufzumachen. Ich hab zu ihm gesagt, ‚Das will ich nicht‘.“

Anklägerin: Diese Frau könnte den früheren Entertainer zu Fall bringen. Quelle: AP

Beim einem nächsten Besuch in Cosbys Anwesen, bei dem es um ihre Zukunft im Frauen-Basketballteam der Uni habe gehen sollen, habe Cosby ihr die Pillen gegeben, berichtete Constand. Diese hätten sie außer Gefecht gesetzt, während er ihre Brüste und ihren Genitalbereich angefasst habe.

Constand: „Ich wollte keinen Ärger machen“

Sie sei am nächsten Morgen aufgewacht und habe sich in der Küche an Cosby vorbeigeschlichen, um es rechtzeitig zu ihrem Hochschulbüro zu schaffen, sagte Constand. Aufgrund der Loyalität zu ihrer Basketballmannschaft habe sie niemandem von dem Vorfall erzählt. „Ich wollte keinen Ärger machen“, sagte sie. Außerdem habe sie Angst vor der Reaktion von Cosby gehabt. „Ich habe gefühlt, dass sich Herr Cosby rächen und versuchen würde, mich zu verletzen, dass er versuchen würde, mich oder meine Familie irgendwie zu verletzen, wenn ich zur Polizei gegangen wäre“, so Constand.

Erst nach einem Jahr brach Constand ihr Schweigen

Erst ein Jahr nach dem Vorfall habe sie ihrer Mutter von dem Missbrauch erzählt. „Ich beschloss, Mr. Cosby anzurufen, während meine Mutter am anderen Apparat mithörte. Ich wollte wissen, was die drei blauen Pillen enthielten, die er mir gegeben hatte. Dann sagte ich ihm alles, woran ich mich noch erinnerte. Er entschuldigte sich und versprach, nachzuschauen, was die Pillen waren.“ Zum Abschluss habe er noch gesagt, dass er gedacht habe, ich hätte einen Orgasmus gehabt.

Entscheidend für den Prozess könnte eine eidesstattliche Erklärung Cosbys sein, die er in einem früheren Verfahren machte. Dabei hatte er ausgesagt, dass er Frauen, mit denen er Sex haben wollte, das Beruhigungsmittel Methaqualon – umgangssprachlich Quaaludes – gegeben habe. Cosbys Anwälte argumentieren, ihm sei damals versprochen worden, dass es keine Anklage gegen ihn geben werde.

Von Dierk Sindermann/dpa/RND/nl

Mit der schnellen Rückkehr ins Luxusleben wird es nichts: Die Verlobte eines Hamburger Multimillionärs muss nach einer Messerstecherei auf dem Oktoberfest ihre mehrjährige Haftstrafe weiter absitzen.

07.06.2017

Dieses Ausparkmanöver ist ganz schön schief gegangen: In Hildesheim hat ein betrunkener 62-jähriger Autofahrer mit seinem Wagen den Absperrzaun eines Parkdecks durchbrochen. Dabei drohte er zwei Meter in die Tiefe zu stürzen.

07.06.2017

Nach Pokémon und Co. begeistert im Sommer 2017 der Fidget Spinner junge Schüler. Während sich die Spielzeugbranche über diesen Trend freut, sind in vielen Klassenzimmern die Lehrkräfte genervt. Was ist dran an dem Hype und könnte das Spielzeug vielleicht sogar pädagogisch wertvoll sein?

07.06.2017