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Panorama Brutale Tierquälerei: Sieben Hundewelpen aus Kofferraum gerettet
Nachrichten Panorama Brutale Tierquälerei: Sieben Hundewelpen aus Kofferraum gerettet
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14:34 06.08.2018
Sieben Hundewelpen rettete die Polizei aus einem polnischen BMW. Quelle: Polizeidirektion Ratzeburg
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Bad Oldesloe

 Sieben Hundewelpen entdeckten Polizisten aus Schleswig-Holstein am Samstag in einem BMW, zusammengepfercht im Kofferraum des Wagens. Die Jungtiere, die offenbar an einer hochansteckenden Infektionskrankheit leiden, saßen dort ohne Wasser und Futter sowie ohne Frischluftzufuhr. Gegen Fahrer und Beifahrer wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Sieben Hundewelpen hat die Polizei auf der A 1 bei Bad Oldesloe aus dem Kofferraum eines Autos befreit. Die Tiere waren dort ohne Licht, Frischluftzufuhr, Wasser und Futter eingepfercht.

Nachdem sie von ihren Kollegen aus Rostock einen Hinweis erhalten hatten, kontrollierten Beamte der Autobahnpolizei Bad Oldesloe am Samstag auf der A 1 einen blauen 3er BMW. Es bestand der Verdacht, dass im Kofferraum mehrere Hunde transportiert wurden.

Die Beamten fingen den Wagen am Kreuz Lübeck ab und leiteten ihn bis zu ihrer Dienststelle. Dort staunten sie nicht schlecht, als sie sich den Kofferraum zur Kontrolle öffnen ließen. Gleich sieben Hundewelpen blickten ihnen entgegen. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte ein Beamter. Er sei von drei Hunden in dem Kofferraum ausgegangen.

Unterbringung der Tiere war katastrophal

Zeugen hatten zuvor beobachtet, wie die beiden polnischen Insassen (26 und 29) junge Welpen auf dem Rastplatz Schönberger Land in Mecklenburg Vorpommern herumlaufen ließen und gleichzeitig eine Matte aus dem Kofferraum entsorgten. Die war möglicherweise voller Urin und Hundekot. Fatal aber sei die Unterbringung der Tiere in dem Auto gewesen. Sie hätten weder Tageslicht noch Zuluft bekommen, denn der Kofferraum war komplett geschlossen, so ein Polizeibeamter.

Das Leiden der Tiere war dann auf dem Autobahnrevier Bad Oldesloe zu Ende. Zunächst wurden die Hunde in den etwa zehn Quadratmeter großen Vorraum der Wache gebracht. Dann wurden sie von einer Amts-Tierärztin des Kreises Stormarn untersucht.

Welpen an hochansteckender Infektion erkrankt

Nach ersten Erkenntnissen waren einige der Hundewelpen jünger als acht Wochen. Eine Trennung von der Mutter und ein Transport seien dann nicht in Ordnung. Doch die Veterinärin stellte auch fest, dass die Tiere nicht gesund waren. Möglicherweise leiden sie an Parvovirose. Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das canine Parvovirus hervorgerufen wird.

Die Veterinärin ordnete die Unterbringung der Hunde in der Quarantäne-Station eines Tierheimes an. Weil die Hunde aber in dem Vorraum der Polizeiwache der Autobahnpolizei auch einige Fäkalien hinterlassen hatten, mussten die Beamten zunächst selbst zum Wischmob und Eimer greifen.

Polizeistation desinfiziert

Am Sonntag rückte dann ein Tatortreiniger an, der sowohl den Vorraum noch einmal komplett reinigte und desinfizierte, als auch den Bereich vor dem Wachtresen und den Boden in der Wache, auf dem die Beamten sich ständig bewegen müssen. Gegen den Autofahrer und seinen Beifahrer wird nun ein Verfahren unter anderem wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Die beiden Männer konnten später die Wache des Autobahnpolizeireviers wieder verlassen.

Von Jens Burmester/LN/RND

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