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Panorama Brüssel: Staatsanwaltschaft geht von Terroranschlag aus
Nachrichten Panorama Brüssel: Staatsanwaltschaft geht von Terroranschlag aus
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11:28 21.06.2017
   Quelle: dpa
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Brüssel

 Die belgische Hauptstadt Brüssel ist womöglich nur knapp einem weiteren schweren Terroranschlag entgangen. Sicherheitskräfte schossen am Dienstagabend im Zentralbahnhof einen Verdächtigen nieder. „Es gab eine kleinere Explosion an oder bei dem Mann“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ine van Wymersch. Die Staatswaltschaft teilte später mit, dass es sich bei dem Mann nach ersten Erkenntnissen um einen Terroristen gehandelt habe. Inzwischen ist auch seine Identität bekannt. Bei dem Mann handelt es sich um einen 36-jährigen Marokkaner, der zuvor noch "nicht terroristisch in Erscheinung getreten" ist. Er erlag noch am Dienstagabend seinen Verletzungen. Weitere Opfer gab es nicht.

Im Brüsseler Zentralbahnhof hat es am Dienstagabend eine Explosion gegeben. Ein Verdächtiger wurde niedergeschossen – er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Es handele sich um einen Terroristen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der am 12. Januar 1981 geborene Mann habe einen Koffer in Brand gesetzt, der daraufhin explodierte. Er enthielt Nägel und kleinere Gaspatronen. Er trug allerdings keinen Sprengstoffgürtel.

Nach Angaben eines Augenzeugen sagte der Verdächtigte „Allah-u Akbar“ (Gott ist groß). Die Staatsanwaltschaft bestätigte diese Angaben bei einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen. Der etwa 30-Jährige habe das nicht laut gerufen, sondern eher gemurmelt, berichtete der Bahnhofsmanager Jean Michel, der unmittelbar daneben stand.

Die Nachrichtenagentur Belga berichtete, der Mann habe, nachdem er niedergeschossen worden war, zunächst lange im Bahnhof auf dem Boden gelegen. Sprengstoff-Experten wollten demnach überprüfen, ob er womöglich noch eine Bombe am Körper trage. Zuvor war der Verdacht geäußert worden, dass der Mann einen Sprengstoffgürtel umgeschnallt habe. Ein anderer Zeuge schilderte, wie ein anderer Mann in Handschellen abgeführt wurde.

Bahnhof weiterhin außer Betrieb

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, der Bahnhof sei geräumt worden und werde durchsucht. Auch umliegende Gebäude würden vorsichtshalber geräumt. Die Bahngesellschaft SNCB teilte auf der Internetplattform Twitter mit, der Bahnverkehr sei auf Anweisung der Polizei unterbrochen worden, auch in anderen großen Stationen wie Brüssel-Nord und Brüssel-Midi.

Auch am Mittwochmorgen wurde der Bahnhof nach Anweisung der Polizei noch nicht bedient. Passagiere könnten aber kostenlos die U-Bahn benutzen, hieß es bei Twitter. Erst am Vormittag wurde der Zugverkehr wieder freigegeben.

Im Zentralbahnhof und an den Gleisen war nach der Explosion Panik ausgebrochen. Augenzeugen berichteten von einem Knall im Bahnhof. Viele Menschen seien daraufhin schnell in Restaurants und andere Gebäude gelaufen. Brüssels nahegelegene Hauptsehenswürdigkeit, der Große Platz mit dem historischen Rathaus, wurde jedoch nicht geräumt. Der unterirdisch gelegene Bahnhof Central ist einer der großen Umsteigebahnhöfe der belgischen Hauptstadt.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel kündigte für den Mittwochvormittag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats an. Die Terrorwarnstufe im Land wurde zunächst aber nicht auf das höchste Niveau angehoben. Dies solle nur dann geschehen, wenn es Hinweise geben sollte, dass es ein weiterer Terroranschlag unmittelbar bevorsteht, hieß es. Nach bisherigen Erkenntnissen sei dies nicht der Fall.

Anschläge in Brüssel, Paris, London und Manchester

Belgiens Hauptstadt war bereits mehrfach von Anschlägen erschüttert worden. Im März 2016 hatten mehreren Bomben islamistischer Attentäter am Flughafen und in einer Metrostation 32 Menschen getötet. Im Mai 2014 erschoss im Jüdischen Museum ein französischer Islamist vier Menschen. Seitdem gehören nicht nur Polizisten, sondern auch mit Maschinenpistolen bewaffnete Militärpatrouillen zum Stadtbild.

Zuletzt hatten islamistische Attentäter wieder Großbritannien und Frankreich angegriffen. In Paris gab es erst am Montag einen Anschlagsversuch auf Polizisten auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées. In Großbritannien hatte es zuvor Anschläge in Manchester und London gegeben.

Von fw/RND/dpa/are

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