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Panorama Waldbrände bei Berlin: Ist ein Feuerteufel unterwegs?
Nachrichten Panorama Waldbrände bei Berlin: Ist ein Feuerteufel unterwegs?
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22:30 25.08.2018
Ein Wasserwerfer der Polizei löscht am 25. August in einem Waldstück bei Frohnsdorf (Brandenburg) ein Brandnest. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Treuenbrietzen

Die Lage im Waldbrandgebiet südlich von Berlin entspannt sich. Zwei Tage nach dem Ausbruch kämpfen aber noch immer Hunderte Einsatzkräfte gegen Glutnester im Waldboden. „Wir haben die Lage soweit im Griff“, sagte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU). Das rund 400 Hektar große Gebiet sei „sicher eingekreist“. Entwarnung könne man jedoch noch nicht geben, da die Glutnester durch den Wind immer wieder aufloderten. Auch im 50 Kilometer entfernten Berlin waren die Auswirkungen erneut zu spüren: Ein deutlich wahrzunehmender Brandgeruch lag zwischenzeitlich über der Stadt.

Neben der Bekämpfung des großen Waldbrandes rückt jetzt die Ursachenforschung ins Zentrum. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) äußerte bereits den Verdacht, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sein könnte. War ein Feuerteufel unterwegs? Die Polizei ermittelt mit Hochdruck.

Klar war bereits von Anfang an: Die Brände, die am Donnerstag erst rund fünf Hektar umfassten und sich dann rasend schnell auf 400 Hektar ausdehnten, waren an drei Stellen gleichzeitig ausgebrochen. Der Verdacht liege nahe, dass es sich deshalb um eine Brandstiftung handeln könnte, erklärte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU).

Doch die Indizien der Ermittler gehen darüber hinaus. „Es gibt noch weitere Hinweise, denen nachgegangen werden muss“, sagt Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Sonnabend. Die Flammen müssten zunächst gelöscht sein, damit die Ermittler die Orte, wo zunächst die Flammen wüteten, genau untersuchen könnten.

Weiteres Feuer bei Beelitz

Unterdessen brach am Sonnabend auch in der Nähe von Beelitz etwas nördlich von Treuenbrietzen ein weiteres Feuer in einem Wald aus. Es konnte allerdings rasch unter Kontrolle gebracht werden – auch mit Hilfe von Hubschraubern, die dafür vorübergehend aus Treuenbrietzen abgezogen wurden. War es auch wieder Brandstiftung?

Die Löscharbeiten südlich von Treuenbrietzen sollten nach den Planungen der Einsatzleitstelle zumindest bis Montag andauern. Zur Verstärkung wurden auch Panzer der Bundeswehr angefordert. Sie sollten am Sonnabend-Abend Schneisen in den Wald schneiden, damit die Feuerwehrleute näher an die verbliebenen Glutnester konnten.

Erste Entspannung in der Einsatzzentrale

An der Einsatzzentrale in Frohnsdorf entspannte sich die Lage bereits. Eine Anwohnerin brachte den Rettungskräften Süßigkeiten und Bananen. Polizisten ließen sie allerdings nicht mit ihrem vollen Wagen auf das Gelände – entrüstet schleppte sie schließlich zu Fuß mehrere Kisten zu den Helfern. Die Hilfsbereitschaft sei riesig, hieß es immer wieder.

Bewohner können in ihre Häuser zurückkehren

Zwei Tage nach Ausbruch eines riesigen Waldbrandes südwestlich von Berlin können alle Einwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Die Evakuierung von Klausdorf und Tiefenbrunnen werde um 20.30 Uhr aufgehoben, sagte eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark. „Es besteht keine Gefahr mehr.“ Rund 140 Menschen könnten damit die Nacht wieder zu Hause verbringen. Der Ort Frohnsdorf war bereits am Freitagmittag wieder freigegeben worden. Um die 500 Menschen hatten ihre Häuser in den drei Dörfern südlich von Potsdam am Donnerstagabend verlassen müssen. Sie verbrachten die Nächte bei Bekannten und in einer Notunterkunft. Doch Normalität kann in die Region wohl erst wieder einkehren, wenn die Brandursache geklärt ist.

Hier geht es zum Live-Ticker der „Märkischen Allgemeinen“ zur aktuellen Lage in Brandenburg.

Von RND/dpa