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Panorama Bluttat sorgt für Fassungslosigkeit in Herne
Nachrichten Panorama Bluttat sorgt für Fassungslosigkeit in Herne
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19:20 07.03.2017
Ein Polizeiwagen vor dem ockergelben Haus in Herne, in dem der Neunjährige getötet wurde. Quelle: dpa
Herne

Zwei Polizeiwagen stehen vor dem kleinen ockergelben Reihenhaus in der Ruhrgebietssiedlung in Herne-Wanne. Sie sind das einzige Zeichen dafür, dass etwas geschehen sein muss. In diesem Haus wurde vor wenigen Stunden ein neunjähriger Junge grausam ums Leben gebracht.

Polizei warnt vor Marcel H.: „Äußerste Vorsicht“

Am Abend zuvor haben die Ermittler im Keller des Hauses die Leiche gefunden. Die Familie lebe mit mehreren Kindern nebenan, berichten die Nachbarn. Der Tatverdächtige – ein schmächtiger 19-Jähriger, ebenfalls aus der Nachbarschaft – ist auf der Flucht. Die Suche läuft auf Hochtouren - auch weil er angedeutet habe, möglicherweise weitere Taten zu begehen.

Im nordrhein-westfälischen Herne ist ein neunjähriger Junge umgebracht worden. Als mutmaßlicher Täter gilt ein 19 Jahre alter Mann.

Die Polizei stuft Marcel H., der auf dem Fahndungsbild wirkt, als sei er selbst noch ein halbes Kind, als gefährlich ein. Der Teenager sei Kampfsportler. Die Beamten bitten „um äußerste Vorsicht“, falls er gesehen wird. Vermutlich trägt er Tarnweste und -hose. Anwohner berichten gegenüber Medien, dass der junge Mann diesen häufiger tragen würde. 1,75 Meter groß soll der Brillenträger mit den kurzen Haaren sein.

„Hier spielen immer so viele Kinder“

Ins Visier der Ermittler geriet er so schnell, weil er sich wohl im sogenannten Darknet mit der Tat brüstete. Auch von einem möglichen Suizid ist dort die Rede. In dem weitgehend abgeschirmten Bereich des Internets, der vielfach auch für kriminelle Machenschaften genutzt wird, sah einer der Nutzer die Bilder von Marcel H. und alarmierte die Polizei. Er kannte den Verdächtigen und auch die Örtlichkeiten.

In der Arbeitersiedlung zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher entdeckten die Beamten dann tatsächlich die Kinderleiche. Der Junge war erstochen worden. Mittlerweile sind Bilder der Tat auch im Internet aufgetaucht. Marcel H. soll sie selber hochgeladen haben. Auf den Fotos ist er mit blutverschmierten Händen neben der Leiche des Jungen zu sehen, berichtet ein Polizeisprecher am Dienstagmittag.

In Herne ist die Betroffenheit groß. „Die ganze Straße war voll mit Polizeiautos und Rettungswagen“, sagt eine 18-Jährige aus der Nachbarschaft. Spurensicherung, Gerichtsmediziner, Beamte der Kriminalpolizei waren ausgerückt. Die Fassungslosigkeit steht der jungen Frau ins Gesicht geschrieben. „Hier spielen immer so viele Kinder.“

Verstohlene Blicke

Eine Mutter mit Kinderwagen berichtet von den vielen Familien, die in der Umgebung wohnen. An sonnigen Tagen sei der Spielplatz in direkter Nähe richtig belebt. Ein Nachbar hält seine kleinen Kinder fest bei der Hand, als er sie von der Haustür zum Auto bringt. Anwohner hasten vorbei an den Kamerateams und Polizeiwagen, werfen einen verstohlenen Blick auf das ockergelbe Haus.

Dass etwas Grausames passiert sein soll, hat sich hier wie ein Lauffeuer verbreitet, auch wenn am Dienstagmorgen völlig unklar ist, was hinter der Bluttat an dem Kind stecken könnte. „Es hätte auch eine unserer Schwestern sein können“, sagt die 18-jährige Anwohnerin und schluckt.

Von dpa/RND/zys