Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Belgisches Akw Tihange 1 nach Brand vom Netz
Nachrichten Panorama Belgisches Akw Tihange 1 nach Brand vom Netz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:35 19.12.2015
Atomkraftwerk im belgischen Tihange. Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit längerem in der Kritik. Quelle: Julien Warnand
Anzeige
Düsseldorf/Brüssel

Nach einem neuen Zwischenfall im belgischen Atomkraftwerk Tihange fordern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz das Aus für die Anlage.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und das Bundesumweltministerium müssten "jetzt Abschalt-Gespräche mit Belgien aufnehmen", verlangte etwa der Düsseldorfer Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Samstag über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Reaktorblock 1 des nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen Atomkraftwerks hatte sich am Freitagabend automatisch abgeschaltet. Grund sei ein kurzzeitiger Brand in einem nicht-nuklearen Bereich des Geländes gewesen, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Electrabel. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf die Arbeiter, die Bevölkerung oder die Umwelt.

Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit längerem in der Kritik. Der über 30 Jahre alte Reaktorblock Tihange 2 war am Montag wiederangefahren worden. Der Block war seit März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet, weil Haarrisse am Reaktorbehälter entdeckt worden waren. Nach einer Überprüfung hatte die belgische Nuklearaufsichtsbehörde AFCN aber mitgeteilt, dass es sich dabei um ein Problem handele, das keine Gefahr für die Sicherheit der Reaktoren darstelle.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) forderten, das Kraftwerk vom Netz zu nehmen. "Die Vielzahl der Zwischenfälle in Tihange ist besorgniserregend und beweist abermals, dass Atomkraft gefährlich ist und es keinen wirksamen Schutz vor Atomunfällen gibt", erklärten sie.

Auch der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) erhob die Forderung: "Tihange muss vom Netz. Endgültig", twitterte er.

Der Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Oliver Krischer, forderte die Bundesregierung auf, bei der belgischen Regierung Druck zu machen. "Die Bundesregierung darf sich nicht länger hinter diplomatischen Floskeln verstecken, sondern muss gegenüber der belgische Regierung endlich Klartext reden", verlangte er in Berlin. "Tihange bedroht Millionen Menschen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf der Inselgruppe Spitzbergen im hohen Norden Norwegens sind mehrere Häuser von einer Schneelawine mitgerissen worden. Wie die Zeitung "Svalbardposten" berichtete, kam ein Mann ums Leben.

19.12.2015

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise zeigte sich in Deutschland eine Woge der Solidarität. Aber spendeten dadurch auch mehr Menschen? Nein, sagt eine Studie. Aber das ist nur die eine Seite.

19.12.2015

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen müssen sich 20 Millionen Pekinger einschränken: Smogalarm der höchsten Stufe bedeutet für sie Fahrverbote und geschlossene Schulen noch bis nächsten Dienstag.

19.12.2015
Anzeige