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Barbie trägt jetzt Kopftuch

Vorbild Muhammad Barbie trägt jetzt Kopftuch

Schon lange soll Barbie mehr als blonde Haare und pinke Kleidung verkörpern. Der Spielzeughersteller Mattel versucht mit Sonderserien der Puppe, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die neue Barbie trägt Kopftuch.

Für die neue Barbie hat Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad als Vorlage gedient.

Quelle: dpa

New York. Wespentaille, blonde Wallemähne, weiße Haut: Barbie ist seit mehr als einem halben Jahrhundert der Inbegriff eines uralten westlichen Frauenbildes. Dem Spielzeughersteller Mattel hat das in den vergangenen Jahren nicht nur von Frauenrechtlern viel Kritik eingebracht. Doch das US-Unternehmen lernt dazu – und präsentiert immer wieder auch Puppen, die sich von den Stereotypen abwenden soll.

Die neuste Idee: Barbie bekommt nun einen Hidschab, also ein muslimisches Kopftuch, das Haare, Hals und Brust bedeckt. Für die neue Puppe in der „Sheroes“-Kollektion hat die Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad (31) als Vorlage gedient, wie der Mattel am Montag auf seiner Webseite bekanntgab. Als erste US-Sportlerin mit Hidschab war Muhammad im vergangenen Jahr in Rio bei Olympia angetreten.

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Immer wieder muss sich Spielzeughersteller Matell vorwerfen lassen, Kindern ein fragwürdiges Frauenbild zu vermitteln. Deshalb kommen immer wieder auch spezielle Barbies auf den Markt.

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Mit den „Sheroe“-Puppen, deren Namen sich aus den englischen Wörtern „she“ (sie) und „hero“ (Held) zusammensetzt, will Mattel eigenen Angaben zufolge weibliche Vorbilder feiern, die Mädchen inspirieren und ihnen zeigen sollen, „dass Mädchen alles werden können, was sie wollen“.

Die Sportlerin ist von der Puppe begeistert: „Ich bin stolz, zu wissen, dass kleine Mädchen überall jetzt mit einer Barbie spielen können, die einen Hidschab trägt.“ Damit sei für sie ein Kindheitstraum wahr geworden, schrieb Muhammad bei Twitter.

Mattel gab bekannt, die Kopftuch-Puppe im kommenden Herbst online anzubieten. Auch US-Turnerin Gabby Douglas und Regisseurin Ava DuVernay („Selma“) sind bereits mit eigenen Barbies in der „Sheroe“-Serie vertreten – beide Frauen haben schwarze Haare und dunkle Haut.

In Erinnerung an ihre eigene Kindheit sagte Muhammad, für sie sei die Puppe sehr wichtig gewesen. Mattel habe sie aufgefordert, dem Gesicht dieser speziellen Barbie einen starken Eyeliner zu verpassen und die Beine der Puppe deutlich athletischer und stärker zu formen. „Als Kind wurde ich gemobbt, weil ich größere Beine hatte. Und der Sport hat mir beigebracht, (...) meinen Körper und die Kraft, die er aufbringen kann, zu lieben.“

Seit Jahrzehnten muss sich Mattel vorwerfen lassen, Barbie befördere bei Mädchen ein falsches Schönheitsideal: zu blond, zu weiß, zu schlank. Denn die Maße von 91-46-84 sind alles ander als normal. Als echte Frau währe Barbie nicht lebensfähig, fand ein Experiment heraus. Die Taille ist so schmal, dass im Bauchraum kein Platz für die Organe wären. Der US-Künstler Nickolay Lamm gestaltete vor einigen Jahren deshalb eine Barbie, die einer durchschnittlichen 19-Jährigen nachempfunden wurde – und löste damit eine von vielen Debatten aus.

Spielzeughersteller Mattel, der in den vergangenen Jahren immer Umsatzeinbußen zu verzeichnen hatte, reagierte auf die Kritik: Mittlerweile gibt es auch eine „kurvige“ Barbie und Puppen mit verschiedenen Hauttönen. Außerdem gibt es Barbies, die nicht nur hübsche Ballkleider, sondern auch Arztkittel, Headsets und Pilotenuniformen tragen – schließlich könnten „Mädchen alles sein, was sie wollen“.

Von RND/iro/dpa

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