Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Australisches Café kassiert Männer-Aufschlag
Nachrichten Panorama Australisches Café kassiert Männer-Aufschlag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:29 09.08.2017
Dieses hübsche Feministinnen-Café in Melbournes Szenestadtteil Brunswick sorgte für reichlich Wirbel nach der Eröffnung.  Quelle: Facebook/Handsome Her
Anzeige
Melbourne

Auf einer Kreidetafel gleich am Eingang wird dies damit begründet, dass Männer in Australien immer noch mehr verdienen als Frauen – nach einer kürzlich veröffentlichten Studie 18 Prozent. Das zusätzlich eingenommene Geld fließt angeblich in Frauenprojekte.

Das vegane Café im In-Stadtteil Brunswick versteht sich selbst als „Platz von Frauen für Frauen“. Mitgründerin Alexandra O'Brien erläuterte im Fernsehsender Channel 7, dass der Aufschlag nur eine Woche pro Monat verlangt werde und auch freiwillig sei. „Bislang hat sich noch niemand geweigert zu bezahlen. Das geht ja auch an einen guten Zweck.“ O'Brien fügte hinzu: „Wenn ein Mann das nicht zahlen will, schmeißen wir ihn nicht raus.“ Die Tage nach der Eröffnung des Cafés seien dennoch turbulent gewesen, schreibt die Inhaberin auf Facebook: „Unglaublich, was so eine kleine Tafel auslösen kann“. Gleichzeitig dankte sie ihren Angestellten: „Es ist nicht alltäglich, dass dich dein Boss in die Schusslinie des Feminismus stellt und du binnen kürzester Zeit zur Kämpferin für eine gute Sache wirst und verteidigen musst, wo du arbeitest.“

Well, it's been a hectic couple of days. Who would have thought one little chalkboard would cause such a stir? Notes...

Gepostet von Handsome Her am Sonntag, 6. August 2017

Die Kommentare unter dem Facebook-Eintrag sind größtenteils positiv. „Brilliant“, schreibt eine Userin versehen mit dem Hashtag #smashthepatriarchy. „Großartiges Konzept. Ich komme demnächst und bringe meinen Freund mit, damit er die Männersteuer zahlt“, eine andere. Auch von Männerseite gibt es positiven Zuspruch: „Toll, dass ihr den Mut habt, die Gebühr zu nehmen, um die ungerechte Bezahlung auszugleichen.“

Falls der Aufschlag verbindlich wäre, müsste das „Handsome Her“ auch mit einer Beschwerde rechnen. Die australischen Gesetze zum Schutz vor Diskriminierung sind recht streng. Trotz etlicher positiver Kommentare gibt es in den sozialen Netzwerken einiges an Spott und Kritik. Ein Mann schrieb: „Wenn das andersrum wäre, gäbe es einen Aufstand in den Straßen.“

Von dpa/RND/caro

Anzeige