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Panorama „Aushilfen“ waren wohl Grund für Terroralarm bei „Rock am Ring“
Nachrichten Panorama „Aushilfen“ waren wohl Grund für Terroralarm bei „Rock am Ring“
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06:35 06.06.2017
Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten am Freitag nach der Evakuierung das „Rock am Ring“-Festivalgelände. Quelle: dpa
Nürburg/Koblenz

Auf die mögliche Terrorgefahr beim Festival „Rock am Ring“ soll die Polizei einem Medienbericht zufolge bei einer Verkehrskontrolle gestoßen sein. Zwei offenbar aus Syrien stammende Männer seien dabei am Donnerstag in Koblenz ins Visier der Ermittler geraten, berichtete die dort erscheinende „Rhein-Zeitung“ (Dienstag) und berief sich auf Sicherheitskreise.

Verdächtige hatten uneingeschränkten Zugang

Den Beamten sei aufgefallen, dass die Männer Bändchen trugen, mit denen sie uneingeschränkten Zugang zum Festivalgelände auf dem Nürburgring gehabt hätten. Es habe sich dann herausgestellt, dass ihre Namen nicht zu den Personallisten gepasst hätten, die der Veranstalter den Behörden zwecks Sicherheitsüberprüfung gegeben habe. Deswegen habe eine Gefahr nicht ausgeschlossen werden können.

Die weiteren Ermittlungen hätten ergeben, dass die Männer von einem kurzfristig zur Aushilfe eingesetzten Subunternehmer an den Ring geschickt worden seien „und zur Vorbereitung eines möglichen Attentats keine lange Vorbereitungszeit gehabt hätten“.

Das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival „Rock am Ring“ wurde wegen Terrorgefahr am Freitagabend unterbrochen. Nachdem die Polizei das Gelände in Nürburg intensiv abgesucht hatte, konnte sich der Verdacht nicht erhärten. Das Festival wurde am Sonnabend fortgesetzt.

Wegen des Terroralarms war das Festival am Freitag unterbrochen worden, bevor es dann am Samstag fortgesetzt wurde. Die Polizei ermittelt gegen insgesamt drei Männer.

Veranstalter sorgt mit Kritik für Aufsehen

Einen konkreten Tatverdacht gibt es laut Polizei derzeit nicht, über mindestens einen der Verdächtigen gebe es „deutliche Erkenntnisse im Bereich des islamistisch geprägten Terrorismus“.

Im Rahmen des Abbruchs hatte Veranstalter Marek Lieberberg mit heftiger Kritik an Muslimen für Aufsehen gesorgt. In einer sehr emotionalen Erklärung unmittelbar nach der Evakuierung des Festivalgeländes hatte Lieberberg unter anderem gesagt: „Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen die Gewalttäter richten. Ich hab’ bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: Was macht ihr da eigentlich?“

Von dpa/RND/zys