Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Amerika erschüttert über erneutes Attentat
Nachrichten Panorama Amerika erschüttert über erneutes Attentat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:48 06.11.2017
Menschen trauern nach dem Attentat in Sutherlands Springs Quelle: dpa
Anzeige
Sutherland Springs

Der Gottesdienst hatte gerade begonnen, als der Attentäter mit seinem Auto an das Kirchengelände heranfährt, aussteigt und zu einem halbautomatischen Gewehr des Typs Ruger AR-556 greift. Der 26-Jährige trägt einen schwarzen Kampfanzug mit schusssicherer Weste und eröffnet sofort das Feuer. Zwei Menschen sinken tödlich getroffen zu Boden, dann betritt der Schütze das Gebäude, wechselt das Magazin und nimmt die versammelten Kirchenbesucher ins Visier.

Wie die Polizei später mitteilt, fallen in den folgenden Minuten weitere 24 Menschen dem Massaker zum Opfer. Als der Täter schließlich die Flucht ergreift, wird er von einem bewaffneten Nachbarn gestellt, der den Kirchenbesuchern zu Hilfe eilte. Noch ist das Geschehen nicht vollständig rekonstruiert, aber bei dem Schusswechsel wurde der frühere Luftwaffensoldat offenbar verletzt. Er lässt seine Waffe fallen, schleppt sich zum Auto, rast davon und verursacht Minuten später einen Unfall. Die Polizei findet den Mann tot im Auto liegend. Nach Angaben von Sheriff Joe Tackitt hat Kelley sich selbst erschossen. Die Opfer waren nach Polizeiangaben zwischen fünf und 72 Jahre alt. Unter ihnen befindet sich auch die 14-jährige Tochter des Pastors.

Mit dieser Waffe tötete Kelley 26 Menschen. Vor dem Attentat veröffentlichte er bei Facebook ein Foto. „Sie ist ein böses Miststück“, schrieb er dazu. Quelle: Facebook / Screenshot

Am Tatort bietet sich den Polizisten ein erschütterndes Bild: Die Leichen liegen zwischen den Kirchenbänken und im Haupteingang versorgen Ärzte die Verletzten. Die Opfer waren nach Polizeiangaben zwischen fünf und 72 Jahre alt. Unter ihnen befindet sich auch die 14-jährige Tochter des Pastors.

Täter galt als verhaltensauffällig

Sheriff Joe Tackitt hält sich mit Spekulationen über die Hintergründe der Tat zurück: „Ein Motiv können wir bisher nicht erkennen.“ Eine Verbindung des Täters zu der Kirche sei nicht bekannt. Fest steht, dass der Schütze in den vergangenen Jahren verhaltensauffällig war und straffällig wurde. Wie das Verteidigungsministerium in Washington am Sonntagabend mitteilt, war Devin Kelley Soldat der US-Luftwaffe und wurde 2014 wegen schlechten Verhaltens entlassen. 2012 hatte ihn ein Militärgericht wegen Gewalt gegen seine Partnerin und gegen das gemeinsame Kind zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Zuletzt lebte Kelley im texanischen New Braunfels.

Der 26-jährige Devin Kelley hat in Sutherland Springs 26 Menschen getötet. Quelle: Facebook / Screenshot

Texas Gouverneur Greg Abbott sprach am Sonntag vom schlimmsten Massaker eines Einzeltäters in der Geschichte des Bundesstaates. Gegenüber dem Nachrichtensender Fox News wollte sich Abbott nicht zu den lockeren Waffengesetzen des Bundesstaats äußern, sondern forderte die Kirchen auf, ihre Gottesdienste und Versammlungen besser zu schützen. Ähnlich äußerte sich Donald Trump während seiner Asienreise: „Es war eine Tat des Bösen. Glücklicherweise gab es einen bewaffneten Mann, der den Verbrecher stoppen konnte“, sagte der Präsident bei einem Zwischenstopp in Japan.

Auch der frühere Präsident Barack Obama kondolierte am Sonntagabend, forderte aber per Twitter zu einem anderen Umgang mit Waffen und Gewalt auf. Auch die katholische Kirche fordert schärfere Waffengesetze. So sprach Kardinal Daniel DiNardo, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, von einem grundlegenden Problem Amerikas: „Eine Kultur des Lebens darf sinnlose Waffengewalt nicht tolerieren.“

Das Massaker von Sutherland Springs ereignete sich rund fünf Wochen nach dem Attentat in Las Vegas, bei dem 58 Menschen erschossen wurden und genau acht Jahre nach dem Amoklauf im texanischen Fort Hood. Am 5. November 2009 erschoss der Militärpsychiater Nidal Malik Hasan auf der Militärbasis der US Army 13 Menschen und verletzt 42 weitere.

Von Stefan Koch/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Taifun„Damrey“ hat in Vietnam rund 23.000 Häuser zerstört. Mindestens 49 Menschen sind ums Leben gekommen. Für die nächsten Tagen rechnen Meteorologen weiterhin mit viel starken Regenfällen und Überschwemmungen.

06.11.2017

Ein Mann hat am Sonntag in einer Kirche im US-Staat Texas das Feuer auf Gläubige eröffnet. Nach Behördenangaben wurden 26 Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Der 26-jährige Täter soll wegen schlechten Verhaltens vom Militärdienst bei der US-Luftwaffe suspendiert worden sein.

06.11.2017

Der Herbst hat kein gutes Image. Er gilt als nasskalt, düster und trüb, als nichts Halbes und nichts Ganzes. Allenfalls als Übergangszeit. Dabei brauchen wir den Herbst – als Zeit, in der wir zur Ruhe kommen, loslassen und Kraft sammeln. Ein buntes Blatt zum Mythos Herbst.

05.11.2017
Anzeige