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Panorama Acht Jahre Haft für Mittäter im Missbrauchsprozess
Nachrichten Panorama Acht Jahre Haft für Mittäter im Missbrauchsprozess
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17:21 29.06.2018
Der 44 Jahre alte Angeklagte versteckte gestern sein Gesicht hinter einem Aktenordner. Quelle: dpa
Karlsruhe

Weil er ein Kind qualvoll vergewaltigen wollte, muss ein 44 Jahre alter Mann aus Schleswig-Holstein für acht Jahre in Haft. Das Landgericht Karlsruhe ordnete am Freitag außerdem Sicherungsverwahrung an. Der Mann wurde im Zusammenhang mit dem Fall des schwer missbrauchten Neunjährigen aus Staufen verurteilt. Er hatte den Partner der Mutter des Neunjährigen aus Staufen gefragt, ob er den Jungen missbrauchen und töten könne. Als der ablehnte, schlug der Angeklagte ein solches Verbrechen an einem anderen Kind vor. Ein Tötungsvorsatz wurde ihm aber nicht nachgewiesen. Er ging jedoch in Karlsruhe in eine Falle der Polizei.

Plädoyers unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Plädoyers hatten zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft hatte den einschlägig vorbestraften 44-Jährigen wegen Sichbereiterklärens zum Mord, zum sexuellen Missbrauch von Kindern und zur Vergewaltigung angeklagt.

Im Zusammenhang mit dem schweren Missbrauch des Jungen aus Staufen bei Freiburg waren acht Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden – sechs Deutsche, ein Schweizer und ein Spanier. Sieben sind direkt in die schweren Straftaten gegen den heute Neunjährigen verwickelt. Der achte flog auf, weil Filmaufnahmen vom Missbrauch seiner Tochter bei Ermittlungen der baden-württembergischen Behörden gegen die anderen Verdächtigen auftauchten. Gegen ihn wurde in Kiel verhandelt wegen des Tatorts dieser Filmaufnahmen. Für sechs ist die Staatsanwaltschaft Freiburg zuständig, für einen die Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Zwei Männer sind vom Landgericht Freiburg schon verurteilt, der dritte vom Landgericht Kiel.

Unglaubliches Martyrium: Vergewaltigungen und Drohungen

Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Lebensgefährte (2.v.l) und die angeklagte Mutter (2.v.r) stehen ebenfalls vor Gericht. Quelle: dpa

Im Zentrum der Ermittlungen steht die 48 Jahre alte Mutter des Opfers und ihre einschlägig vorbestrafter 39-jähriger Lebensgefährte. Ihnen wird vorgeworfen, den neunjährigen Jungen mehr als zwei Jahre lang regelmäßig missbraucht und an andere Männer verkauft zu haben. In der mehr als 100 Seiten langen Anklageschrift ist die Rede von Fesselungen, extremen Demütigungen, Beschimpfungen, Drohungen sowie körperlicher Gewalt und Vergewaltigungen.

Die Taten haben sich den Angaben zufolge von 2015 bis Herbst 2017 ereignet, geplant habe sie das Paar von Anfang 2014 an. Seit den Festnahmen der mutmaßlichen Täter im Herbst 2017 ist der Junge in staatlicher Obhut. Behörden und Justiz stehen in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, den Jungen nicht geschützt zu haben - obwohl sie von der Beziehung der Mutter zu dem wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Mann wussten.

Von dpa/RND

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