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Panorama A20 bleibt nach Abrutsch noch bis 2021 gesperrt
Nachrichten Panorama A20 bleibt nach Abrutsch noch bis 2021 gesperrt
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11:03 06.01.2018
Das abgesackte Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees wird von Fachleuten begutachtet. Die Strecke soll erst ab 2021 wieder befahrbar sein. Quelle: dpa
Tribsees

Die A 20 wird deutlich länger als drei Jahre lang nicht durchgängig passierbar sein. Wie Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) der „Ostsee-Zeitung“ sagte, sei frühestens im Jahr 2021 mit der Wiederfreigabe des derzeit abgerutschten Teilstücks der Trasse bei Tribsees zu rechnen. Pegel wörtlich: „Die grobe Planung ist, dass die Autobahn im Jahr 2021 wieder durchgängig befahrbar ist. Das hört niemand gern. Aber wenn man die verschiedenen Planungs- und Bauphasen addiert, ist dies momentan das, was man realistisch in den Blick nehmen kann.“

Nach dem Abbruch eines knapp 100 Meter langen Teilstücks im Oktober 2017 ist die Ostseeautobahn zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Bad Sülze in beide Richtungen voll gesperrt. Der Verkehr wird seitdem über verschiedene Nebenstraßen sowie durch die Ortschaft Langsdorf umgeleitet. Nach ersten Untersuchungen hatten die Behörden zunächst eine Fertigstellung des beschädigten Abschnittes bis zum Jahr 2020 in Aussicht gestellt. „Die Situation wird den Tourismus und die Wirtschaft weiter belasten“, räumte Pegel ein.

Weitere Umleitung kommt auch später

Der Minister ist zudem skeptisch, dass die Reaktivierung einer ehemaligen Baustraße, die die Umleitung bis zur Freigabe der unterbrochenen Autobahn deutlich verkürzen und an Langsdorf vorbeiführen soll, bis zum Sommer dieses Jahres abgeschlossen ist. Diese Lösung hatten sich vor allem Vertreter aus der Tourismuswirtschaft gewünscht. Bereits vor Weihnachten hatte es auf der aktuellen Umleitung lange Staus gegeben.

Risse klaffen an dem abgesackten Autobahnteilstück der A20. Quelle: dpa

Pegel: „Meine Hoffnung war, dass das Gründungssystem unter der Baustraße noch intakt ist. Das ist leider nicht der Fall. Die Kollegen, die die Baustraße seinerzeit zurückgebaut haben, waren sehr gründlich. Die haben nicht nur Straße und Straßendamm entfernt, sondern auch die Betonpfähle bis zu einer bestimmten Tiefe abgetragen.“ Deshalb müsse auch für diese Straße ein völlig neues Gründungssystem geschaffen werden, mit dem die Strecke über das Moor geführt werden kann. Die Reste der alten Betonpfeiler würden sich nicht reaktivieren lassen.

Tourismuswirtschaft fordert besseres Stau-Management

Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK): „Auch der IHK und der Wirtschaft sind klar, dass ein Minister nicht zaubern kann, zumal die Baustelle völlig unplanmäßig kam. Das konkrete Beispiel macht deutlich, dass Verfahren in Deutschland derzeit zu schwerfällig sind, generell ganz dringend vereinfacht werden und in Ausnahmesituationen beschleunigte Verfahren möglich sein müssen. Je schneller und fundierter die Wiederherstellung, desto besser für die großartigen Destinationen in unserem Land.“

Der Vize-Chef des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, fordert eine Gesamtstrategie: „Insbesondere in den östlichen Landesteilen befürchten Branchenvertreter laut einer aktuellen Umfrage des Tourismusverbandes negative Folgen für die diesjährige Saison. Jeder Tag Verzögerung mehr vergrößert die Notwendigkeit eines im Land breit, praktisch und schnell abgestimmten Stau-Managements samt Kommunikationsstrategie, womit Gäste des Landes über die Situation und mögliche Alternativen aufgeklärt werden. Hierin sollten Optionen für Anreisewege, Reisezeiten und Verkehrsmittel integriert sein. Unabhängig davon muss die schnellstmögliche Wiederherstellung der Autobahn weiter oberste Priorität haben.“

Von Benjamin Fischer/OZ/RND

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