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Panorama 15-jähriger Messerstecher muss in U-Haft
Nachrichten Panorama 15-jähriger Messerstecher muss in U-Haft
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19:28 28.12.2017
Schock in Kandel: In diesem Drogeriemarkt wurde eine 15-Jäjrige niedergestochen. Quelle: dpa
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Kandel

Nach der Bluttat im pfälzischen Kandel sitzt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Gegen den 15-jährigen Afghanen sei Haftbefehl wegen Totschlags ergangen, sagte Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig am Donnerstag in Ludwigshafen. Er kam im April vergangenes Jahres als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Deutschland.

Nach den bisherigen Erkenntnissen sei der mutmaßliche Täter der Ex-Freund des 15-jährigen Opfers gewesen. Anfang Dezember habe sich die junge Frau von ihm getrennt. Die beiden seien am Mittwochnachmittag wohl zufällig in dem Drogeriemarkt in Kandel aufeinandergetroffen. Der junge Afghane habe den Ermittlungen zufolge dort ein Messer gezogen und auf das Opfer eingestochen, sagte Möhlig.

Beziehungstat nicht auszuschließen

Das genaue Motiv des mutmaßlichen Täters noch unklar. „Wir sind am Anfang der Ermittlungen“, sagte Möhlig. Im Raum stehe eine Beziehungstat, dies müssten aber noch die weiteren Ermittlungen klären.

Die Eltern des Opfers einer Bluttat im pfälzischen Kandel haben den mutmaßlichen Täter bereits vor zwei Wochen wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung angezeigt. Damals habe das 15 Jahre alte Mädchen die Beziehung zu dem mutmaßlichen Täter beendet, woraufhin es zu den Delikten gekommen sein soll, sagte Polizeivizepräsident Eberhard Weber.

Große Anteilnahme in Kandel

Nach der Anzeige sei der Jugendliche der Vorladung der Polizei mehrfach nicht gefolgt. Daraufhin hätten Polizisten ihm am Tattag die Vorladung am Vormittag persönlich ausgehändigt.

Nach den tödlichen Stichen haben viele Menschen am Tatort ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Sie legten am Donnerstag Blumen ab und zündeten Grabkerzen an. Der Drogeriemarkt, in dem sich der Messerangriff am ereignet hatte, war wieder geöffnet.

Tatwaffe wohl ein Brotmesser

Einer der Geschäftsführer der Drogeriemarktkette dm sagte, die Mitarbeiter des Unternehmens seien sehr erschüttert über den schrecklichen Vorfall in der Filiale. Sie wollten der Familie ihr Beileid zum Ausdruck bringen.

Die Tatwaffe war einer Augenzeugin zufolge ein „ganz normales Brotmesser“ gewesen. Der Jugendliche habe das Mädchen in der Kosmetikabteilung attackiert, sagte Zeugin Diana Jäger. Sie habe das Mädchen dort am Boden liegen gesehen, während mehrere Jugendliche versuchten, die tödlich Verletzte wach zu halten. Dabei habe sie viele Schreie gehört.

Laut Staatsanwaltschaft war dem Angriff am Mittwoch ein Streit zwischen der 15-Jährigen und dem gleichaltrigen jungen Mann vorausgegangen. Passanten überwältigten den jungen Afghanen nach der Tat am Nachmittag. Das deutsche Mädchen erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka spricht sich für eine Abschiebung des Täters aus. „Die Abschiebung von Minderjährigen ist sowohl völkerrechtlich als auch nach deutschen Gesetzen grundsätzlich möglich und sollte auch nach einer Verurteilung des Täters ernsthaft durch die zuständigen Behörden geprüft werden“, sagte Lischka dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Der CDU-Bundestagsabgeordneter und Innenexperte Stephan Harbarth ist gleicher Auffassung. „Wer in Deutschland schwere Straftaten begeht, hat sein Gastrecht verwirkt und muss nach Verbüßung seiner Strafe und spätestens mit Beginn der Volljährigkeit unser Land verlassen. Das gilt auch in diesem Fall uneingeschränkt.“

CSU-Innenexperte Stephan Mayer fordert eine Aufklärung der Tatumstände und der Vorgeschichte: „Eine schreckliche Tat, meine Gedanken sind bei den Angehörigen des 15-jährigen Opfers. Zum einen muss nun geklärt werden, ob die Tat aufgrund der vorausgehenden Anzeigen hätte verhindert werden können. Zum andern müssen wir unbegleiteten Minderjährigen, bei denen die Jugendhilfe an ihre Grenzen stößt, noch klarer als bisher ihre Grenzen aufzeigen. Kriminalität und Gewalt als Mittel der Konfliktlösung werden wir auch bei Jugendlichen nicht dulden.“ Wenn Straftaten begangen werden, dürfe die Abschiebung von Minderjährigen laut Mayer kein Tabu sein.

Von RND/iro/rb/dpa

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