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Nachrichten Medien Wie man zum Nerd wird mit „Young Sheldon“
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15:46 14.01.2018
Der Haarschnitt ist geblieben: Young Sheldon (Iain Armitage) und der erwachsene Sheldon aus „Big Bang Theory“, Jim Parsons. Quelle: Pro7
Berlin

Wenn jemand auf seinem Couchplatz sitzt, tickt er aus. Wenn er an eine Tür klopft, muss es im Dreierrhythmus sein. Und statt Sex sagt er „Koitus“ – zu solch einem vulgären Akt lässt er sich allerdings nur einmal im Jahr herab. Die Rede ist von Sheldon Cooper, dem nerdigsten Nerd aus der Comedy-Serie „The Big Bang Theory“ um vier junge Wissenschaftler.

Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ist bei dem hochintelligenten Sheldon fließend. Bisweilen erinnert er an seinen großen Helden Mr. Spock, jenen auf Logik bedachten Halbvulkanier von der Enterprise. Seinen Freunden geht Sheldon auf seine eigenwillige Art regelmäßig auf die Nerven, doch zugleich rührt er sie wie ein putziges Haustier. Wie wurde Sheldon zu Sheldon? Das ergründet jetzt die Spin-off-Serie „Young Sheldon“ über die Kindheit des Eigenbrötlers in einer texanischen Kleinstadt. Der Vater ist Fußballcoach, der Bruder nicht besonders helle, die Mutter eine gläubige Christin und die Zwillingsschwester schon im zarten Alter eine kleine Tussi. Nicht gerade das ideale Biotop für angehende Nobelpreisträger.

Auch in Deutschland ist die Serie ein Erfolg: Pro7 sprach gar vom „besten Serienstart des Jahrtausends“. 2,76 Millionen der 14- bis 49-Jährigen sahen die Premiere, das entspricht 25,7 Prozent. Der Sender, der auch „Big Bang Theory“ quasi in Dauerschleife spielt, kann den Aufwind gut gebrauchen: Er büßte im letzten Jahr 0,9 Prozentpunkte Marktanteil gegenüber 2016 ein und landete 2017 auf einem 25-Jahre-Tief, was die Marktanteile in der jungen Zielgruppe betrifft.

Iain Armitage besticht in der Titelrolle, weil er mit seiner Altklugheit die Welt der Erwachsenen immer wieder infrage stellt. Schon früh zeigt sich sein Potenzial, die überforderten Eltern rätseln darüber, wie sie diesen möglichen neuen Einstein fördern können. Zoe Perry ist stark als Löwenmutter, die ihren Sohn vor Lehrern verteidigt, die sich von der geistigen Überlegenheit des Schülers einschüchtern lassen.

Die Serie wäre aber nicht so sehenswert, wenn Sheldon nur Nerd wäre. Beim Tischgebet pflegt er Handschuhe zu tragen, um nicht in die Verlegenheit zu geraten, die verkeimten Hände seines Bruders anfassen zu müssen. Doch als sein Vater nach einem schlechten Tag geknickt auf seinen Teller starrt, streift Sheldon den Schutz ab und ergreift unversehens die Hand des Vaters. Es sind diese kleinen Liebesbeweise des vermeintlichen Autisten, die auch den erwachsenen Sheldon zum Publikumsliebling machen. In den aktuellen Staffeln der „Big Bang Theory“ rund um die Verlobung mit Amy zeigt sich Sheldon ohnehin immer mehr von seiner menschlichen Seite.

Kleine Reminiszenzen an „Big Bang Theory“ erfreuen den aufmerksamen Fan: So schaut der junge Sheldon im Fernsehen die Wissenschaftssendung von Professor Proton, der auch in der Zukunft noch sein Held sein wird. Und die Erzählerstimme gehört Jim Parsons, dem Schauspieler des erwachsenen Sheldons. Ansonsten aber ist es eine eigenständige Sendung, die auch ohne Kenntnisse der Vorserie funktioniert. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt. Chuck Lorre, Schöpfer und Produzent beider Serien, stellte jetzt in Aussicht, Figuren aus „Young Sheldon“ als erwachsene Version in „Big Bang Theory“ auftreten zu lassen. Konkret nannte er Billy Sparks, den gemeinen Jungen aus der Nachbarschaft, und Tam, den einzigen Freund des jungen Sheldons. Auch der ältere Bruder des Genies, Georgie, könnte vorbeischauen. Chuck Lorre würde für die Rolle am liebsten Oscarpreisträger Matthew McConaughey gewinnen. Der stammt wie die Coopers aus Texas und könnte den breiten Akzent adaptieren, mit dem Georgie in „Young Sheldon“ auffällt.

Man wartet noch auf die Szene, wie dem jungen Sheldon beigebracht wird, dass man traurigen Freunden ein Heißgetränk anbietet.

Von Nina May/RND

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