Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Medien US-Presse kündigt Widerstand gegen Trump an
Nachrichten Medien US-Presse kündigt Widerstand gegen Trump an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:15 19.01.2017
Donald Trump soll von der Presse künftig ganz genau beobachtet werden. Quelle: AP
New York

Angekündigte Massenproteste, Skepsis weltweit und warnende Worte seines Amtsvorgängers: Donald Trump steht kurz vor seiner Amtseinführung als 45. US-Präsident am Freitag schwer unter Beschuss. Für Aufsehen sorgt nun auch ein offener Brief im Namen der amerikanischen Presse, der durchaus auch als Kampfansage an den künftig mächtigsten Mann der Welt gelesen werden kann.

„Sehr geehrter designierter Mr. President“, beginnt das von Kyle Pope, Chefredakteur des „Columbia Journalism Review“, einem äußerst renommierten Fachblatt der Columbia University verfasste Schreiben, „in diesen letzten Tagen vor ihrer Amtseinführung dachten wir, es sei hilfreich, das Verhältnis zwischen Regierung und Presse klarzustellen.“ Wenig überraschend ist das derzeit angespannt. Insbesondere die Überlegungen von Trumps Team, die traditionell im Amtssitz des Präsidenten stationierten Korrespondenten des White House Press Corps vor die Tür zu setzen, hatte für Irritationen gesorgt.

Entgleisungen und Grundregeln

Im Folgenden zählt Pope noch einmal die zahlreichen Ausrutscher und Entgleisungen Trumps der vergangenen Monate auf. So habe der künftige Präsident wiederholt auf Twitter Reporter verspottet oder bedroht, einen Journalisten mit Behinderung bei einem öffentlichen Auftritt nachgeäfft und einem CNN-Korrespondenten auf einer Pressekonferenz Beteiligung an Fake News vorgeworfen und ihm eine Frage verweigert.

Natürlich, so Pope weiter, sei all dies die freie Entscheidung des Präsidenten. Auch schreibe niemand Trump vor, regelmäßige Pressekonferenzen abhalten zu müssen. „Aber genau so wie sie das Recht haben, ein paar Grundregeln für ihren Umgang mit der Presse festzulegen, haben wir das Recht, dasselbe für unseren Umgang mit Ihnen zu tun“, betont Pope.

Abschottung und Vernetzung

In den kommenden vier Jahren werde man Trump und seiner Regierungsmannschaft deshalb ganz besonders auf die Finger schauen. „Wir werden uns obsessiv mit Details ihrer Regierungsarbeit auseinandersetzen“, kündigt er an. „Auch wenn sie versuchen werden zu kontrollieren, was aus dem West Wing nach außen dringt, werden wir die Oberhand behalten, wenn es darum geht zu berichten, wie Ihre Politik umgesetzt wird.“ Man werde Mittel und Wege finden, die nötigen Informationen zu erhalten, ist sich Pope sicher. Das habe bereits im Vorwahlkampf funktioniert. „Einige der besten Enthüllungen während des Wahlkampfes kamen von Medienorganisationen, die von ihren Veranstaltungen ausgeschlossen waren.“

Angesichts der möglichen Abschottung des Weißen Hauses und des gesunkenen Vertrauens in die Medien werde man künftig nicht nur höhere Standards an die eigene Berichterstattung anlegen, sondern sich auch stärker untereinander vernetzen. „Wenn Sie einen Reporter auf einer Pressekonferenz niederbrüllen, weil er etwas gesagt hat, das Ihnen nicht gefällt, werden sie sich einer geschlossenen Front gegenübersehen“, kündigt Pope an.

Aufrüstung und Optimismus

Vor allem angesichts des starken wirtschaftlichen Aufschwungs, den die US-Medien derzeit erleben, wohl keine leeren Worte. Allein die von Amazon-Gründer Jeff Bezos geförderte „Washington Post“ kündigte an, mehrere Dutzend neue Journalisten einzustellen und mit einem „Rapid Response Investigative Team“ Trumps Tweets unmittelbar auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Die „New York Times“ investiert derweil fünf Millionen Dollar in die künftige Berichterstattung über die Trump-Administration. Seit Trumps Wahlsieg sind zudem die Abonnentenzahlen vieler US-Medien teils sprunghaft gestiegen. Allein die „New York Times“ konnte mehr als 130.000 neue Leser gewinnen, auch „Los Angeles Times“ und „Wall Street Journal“ legten zu.

Insgesamt blicke man deshalb optimistisch in die Zukunft. „Im für Sie besten Fall bleiben Sie acht Jahre im Amt – wir sind bereits seit der Gründung der Republik im Geschäft“, unterstreicht Pope.

Von RND/Bastian Fischer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Medien Tag 6 im RTL-Dschungelcamp - “Nimmste eene, wolln se alle, ne“

Der Zickenkrieg im RTL-Dschungelcamp nimmt weiter Fahrt auf: Sarah Joelle liefert sich mit Florian ein waschechtes Schmollmundbattle, Kader ist schon von Kerzen genervt – und Hanka geht auf Tuchfühlung. So lief der sechste Tag im australischen Dschungel.

19.01.2017

Eigentlich galt er ja bisher als Freund der kurzen Mitteilungen über den Nachrichtendienst Twitter. Doch nun macht Donald Trump wieder einmal eine Kehrtwende.

18.01.2017

Am fünften Tag fürchten sich die Bewohner des RTL-Dschungelcamps voreinander - und Kader erzielt einen überraschenden Erfolg.

18.01.2017