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Medien UKW wird vorerst nicht abgeschaltet
Nachrichten Medien UKW wird vorerst nicht abgeschaltet
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14:57 09.04.2018
Der Verkauf von Antennen an private Investoren führt zu Problemen.
Berlin

Die bevorstehende Abschaltung von UKW-Radiosendern ist vorerst vom Tisch. Das gab der bisherige Betreiber Media Broadcast in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach ist die UKW-Übertragung zumindest für das erste Halbjahr 2018 gesichert. Vorher war befürchtet worden, dass schon am nächsten Mittwoch (11. April) viele Radiosender nicht mehr empfangen werden können.

Der bisherige Betreiber der terrestrischen UKW-Antennen Media Broadcast will sich künftig auf digitale Übertragungswege konzentrieren und hat das UKW-Geschäft schon zum 1. April an Investoren verkauft. Während im Wesentlichen zwei Unternehmen den Sendenetzbetrieb übernommen haben, wurden die daran montierten Antennen an mehrere Investoren verkauft. Diese verlangen jetzt höhrer Gebühren für die Antennennutzung.

Über 40 Radiosender betroffen

Wolfgang Breuer, Geschäftsführer von Media Broadcast sagte: „Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, die kurzfristige massive UKW-Abschaltung von über 40 öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen zu verhindern. Das ist uns gelungen. Mit dem jetzt nach unnötig schwerem Ringen vereinbarten Übergangsbetrieb für über 40 Anbieter sichern wir noch bis spätestens 30. Juni dort den reibungslosen Weiterbetrieb, wo sich die eigentlichen Vertragsparteien, Sendernetzbetreiber, Antennenbesitzer und Radioveranstalter aktuell noch nicht geeinigt haben.“

Wie es nach dem 30. Juni 2018 weitergeht, hängt davon ab wie die Preisverhandlungen der Sendenetzbetreiber Divicon und Uplink mit den Eignern der UKW-Antennen verlaufen.

MDR fordert Eingreifen der Politik

Von einer Abschaltung wären bis zu zehn Millionen Radiohörer betroffen. Neben privaten Radiosendern wird auch dem MDR, dem NDR in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschlandradio die UKW-Abschaltung angedroht. Sie betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur, sondern haben Sendernetzbetreiber wie Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig beauftragt. Diese Firmen müssen nun mit den Antennenbetreibern die Preise für die Miete der Antennen aushandeln, was bislang nicht gelungen ist.

„Unsere Hörerinnen und Hörer in Mecklenburg-Vorpommern dürfen nicht Opfer finanzieller Verhandlungen von technischen Dienstleistern werden“, sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke. „Wir hoffen auf einen zügigen und konstruktiven weiteren Verlauf und Abschluss der Verhandlungen.“ Der MDR sagte, der Sender sehe die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt ebenso wie die Politik in der Pflicht – sie sollen den massiven Auswirkungen des UKW-Antennenverkaufs entgegenwirken.

Von Anne Grüneberg/dpa/RND

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