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Medien Theodor-Wolff-Preis für inhaftierten Deniz Yücel
Nachrichten Medien Theodor-Wolff-Preis für inhaftierten Deniz Yücel
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16:10 05.04.2017
Deniz Yücel. Quelle: dpa
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Berlin

Außerdem fordern sie die Freilassung des seit rund sechs Wochen in der Türkei inhaftierten Korrespondenten der Tageszeitung „Die Welt“. Der Sonderpreis solle im Geist von Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit sein, die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten werde, eilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit, der den Preis ausschreibt. Die übrigen Preisträger werden erst am Tag der Preisverleihung am 21. Juni in Berlin gewählt und bekannt gegeben.

Die Jury nominierte zwölf Beiträge in drei Kategorien sowie für das Thema des Jahres. An der Ausschreibung hatten sich 402 Journalisten beteiligt. Der Theodor-Wolff-Preis gilt als die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat und erinnert an den Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 bis 1943). Er musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet, an die Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Yücel sitzt seit mehreren Wochen im Gefängnis

Die Bundesregierung fordert weitere konsularische Betreuung für Yücel. Man erwarte von der türkischen Seite, dass auch in Zukunft bei Bedarf Besuche des Inhaftierten ohne Verzögerung ermöglicht werden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Am Dienstag hatte der „Welt“-Korrespondent erstmals von einem deutschen Botschaftsvertreter Besuch im Gefängnis bekommen. Es handelte sich dabei um eine einmalige Besuchserlaubnis. Jetzt gehe es darum, die kontinuierliche Betreuung durch das Generalkonsulat sicherzustellen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Daran arbeite man mit Hochdruck.

Yücel sitzt seit Ende Februar wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda in Einzelhaft im Gefängnis von Silivri. Zuvor verbrachte er bereits fast zwei Wochen in Polizeigewahrsam. Seine Anwälte haben sich bereits an das türkische Verfassungsgericht gewandt, um seine Freilassung zu erreichen.

Bei der konsularischen Betreuung geht es unter anderem um die Haftbedingungen. Da Yücel sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, ist die Türkei nicht dazu verpflichtet, diese Betreuung zu gewähren.

Von dpa/RND

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