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Medien „Tatort“ – Kleine Apokalypse in der Steiermark
Nachrichten Medien „Tatort“ – Kleine Apokalypse in der Steiermark
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18:00 25.08.2017
Überraschendes Obduktionsergebnis: Gerichtsmediziner Kreindl (Günter Franzmeier) mit Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, r.) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser). Quelle: Foto: ARD
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Hannover

Na servus! Ausgerechnet im sogenannten Garten Österreichs, der idyllischen Oststeiermark, herrschen plötzlich apokalyptische Zustände.

Das Militär fährt dort auf, riegelt eine kleine Provinz-Gemeinde von der Außenwelt ab. Seuchenbekämpfer in ihren raumfahrtähnlichen Schutzanzügen kontrollieren die sauber gefegten Straßen und Wege. Selbst in der beschaulichen Dorfkneipe geht unter den trinkfesten Gästen langsam irrlichternd die Angst um – zumindest ein wenig. Und mitten in diesem Schlamassel stecken die Wiener Ermittler Moritz Eisner (Harald

Der „Tatort“ startet böse in die neue Saison

Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser), die eigentlich dorthin gekommen sind, um einen ganz normalen Mordfall aufzuklären und die nun sogar um ihr eigenes Leben fürchten müssen.

Richtig böse und bedrohlich startet also der erste „Tatort“ nach der langen Sommerpause in die neue Saison. Und dabei wird eine Gefahr beschworen, über die zwar keiner öffentlich redet, die aber wohl leider dennoch ganz real ist: der mögliche Ausbruch einer Seuche wie in diesem Fall Ebola mitten in Europa. Allerdings hat Drehbuchautor Rupert Henning seine Geschichte nicht konsequent zu Ende gedacht, zuviel Apokalypse wollte man den Zuschauern wohl dann doch nicht am Sonntagabend zumuten.

Und dass das Ganze schließlich erstaunlich augenzwinkernd endet, ist sowieso ein Markenzeichen des Wiener „Tatorts“. Ihm gelingt es halt meistens recht gut, selbst ein schweres Thema mit viel Dialogwitz und einer Portion Situationskomik aufzulockern.

Eisner kommentiert das Geschehen mit schwarzem Humor

So gibt es auch in dieser von der „Tatort“-Debütantin Barbara Eder solide inszenierten Folge reichlich Stoff, über den der Zuschauer schmunzeln wird. Bibi Fellners genervte Ausführungen über den rechten Gebrauch des Konjunktivs sind beispielsweise lustig, schwarzhumorig kommentiert dagegen ihr bewährter Kollege Eisner das schlimme Geschehen und erlaubt sich dabei sogar mal politisch-unkorrekte Schmankerl. Und die Typenparade, auf die sie in der Steiermark treffen, ist vortrefflich – allen voran ein übereifriger Dorfpolizist, ein ununterbrochen quasselnder Hundebesitzer, dessen Tier die obligatorische Anfangs-leiche gefunden hat oder der Wirt, der das Gerede seiner alkoholseligen Gäste und Kneipenphilosophen abgeklärt auf den rechten Punkt bringt.

So weit, so gut. Und zu den Pluspunkten dieses Falls gehört auch, wie geschickt der Zuschauer anfangs auf eine falsche Fährte gelockt wird.

Eine Leiche wird im Steinbruch gefunden

Nach den ersten Szene erwartet er nämlich mal wieder einen Krimi, der zum zigsten Mal die Flüchtlingsproblematik behandelt, eine Thematik, die in dieser Krimireihe längst auserzählt ist: In einem Steinbruch wird die Leiche eines erschlagenen Schwarzafrikaners aufgefunden. Und die Spur führt unsere beiden Ermittler zu zwei in der Nähe wohnenden Brüdern. Zum einen zu Thomas Reuss (Martin Niedermair), dem Besitzer des Steinbruchs, der bisweilen Asylsuchende illegal in seinem Betrieb beschäftigt hat. Und zum anderen zu seinem Bruder Albert (Andreas Kiendl), der als Arzt schon mehrfach in Afrika gearbeitet hat und jetzt den Fluchthof betreibt.

Alles kommt anders als erwartet

Und sich in dieser Flüchtlingsunterkunft so aufopferungsvoll um die Menschen kümmert, dass Eisner dies mit den Worten kommentiert: „Soviel Anständigkeit auf einem Haufen, das ist fast schon unheimlich.“ An diesem Punkt glaubt der Zuschauer zu wissen, worum es in diesem Film geht. Vor allem da plötzlich auch noch Drogen im Spiel sind. Doch dann kommt alles anders als erwartet, und der Fall wird tatsächlich unheimlich. Bei der Obduktion der Leiche stellt der wundervoll aufspielende Gerichtsmediziner (Günter Franzmeier) überraschend fest, dass der Afrikaner sowieso in Kürze gestorben wäre: an Ebola.

Und den Rest werden wir hier natürlich nicht verraten. Bleibt zum Schluss nur das Resümee der Geschichte, das Bibi Fellner zieht: „Dass da bisher noch keiner draufgekommen ist.“ Na, schau’n wir mal.

Von Ernst Corinth / RND

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