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Medien TV-Kritik zu Anne Will: „Krise der Union? Quatsch“
Nachrichten Medien TV-Kritik zu Anne Will: „Krise der Union? Quatsch“
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23:46 12.02.2017
Anne Will (2.v.l.) diskutierte unter anderem mit Hannelore Kraft (SPD, r.), Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer (l.) und Linken-Legende Gregor Gysi.   Quelle: ARD / Screenshot
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Berlin

 In der ARD-Talkshow „Anne Will“ ging es am Sonntagabend natürlich um das Thema des Tages – die TV-Kritik:

Das Thema: Die Bundesversammlung hat Frank-Walter Steinmeier mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Joachim Gauck gewählt. Steinmeier gilt als populärster Politiker Deutschlands. Anne Will wollte wissen: Ist der frühere Außenminister dadurch automatisch auch das richtige Staatsoberhaupt in politisch stürmischen Zeiten? Und welche Akzente kann und muss Steinmeier setzen?

Die Teilnehmer: Hannelore Kraft (SPD), Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, Linken-Legende Gregor Gysi, Shermin Langhoff, Intendantin des Maxim Gorki Theaters Berlin und von den Grünen für die Bundespräsidenten-Wahl nominiert („Ich mag Steinmeier“) sowie Ulf Poschardt, Chefredakteur von WeltN24.

Zu Steinmeier: Humorvoll ist er. Fußball spielen kann er. Und der beliebteste deutsche Politiker ist er sowieso. Eigentlich hätte die Sendung von Anne Will nach fünf Minuten zu Ende sein können, ja müssen. Die Hauptfrage war zu diesem Zeitpunkt längst beantwortet. Die Teilnehmer zeigten sich einig: Der Steinmeier, der kann das, und zwar auch in stürmischen Zeiten. Der werde ein „toller Präsident“ (Poschardt), ein „Brückenbauer“ (Kraft), er sei ein „Mann mit Expertise und Netzwerk“ (Langhoff), seine Wahl ein „gutes Signal für die Demokratie“ (Scheuer). Gysi erhofft sich vom Bundespräsidenten Steinmeier „jeden Tag eine Backpfeife für uns Politiker“. Wunderbar. Was konnte angesichts von so viel Harmonie noch schief gehen?

Antwort: Jede Menge. Zumindest für CSU-General Scheuer. Der ließ nicht locker, die entspannte Talk-Runde als Wahlkampfauftakt für die Union nutzen zu wollen. Scheuer malte das Gespenst von Rot-Rot-Grün an die Wand („Rolle rückwärts“) und machte seinem Unmut über das Vorpreschen Gabriels bei der Nominierung Steinmeiers nachträglich Luft. Ein durchschaubares Manöver, das rasch zum Rohrkrepierer wurde. Poschardt malte genüsslich aus, dass Gabriel mit der Nominierung Steinmeiers ein echter Coup gelungen sei. Statt einen erfolgreichen Angriff gegen die SPD zu fahren, musste sich Scheuer am Ende des Eindrucks erwehren, die Wahl Steinmeiers sei der Anfang vom Ende einer von der Union geführten Bundesregierung. „Krise der Union? Quatsch“, rief Scheuer irgendwann entnervt aus. Da hatte sich allerdings genau dieser Eindruck längst fest gefressen.

Der Erkenntnisgewinn: Nicht sonderlich groß. Es war diesmal eine Sendung mit viel Allgemeinplätzen. Steinmeier müsse sich erst noch beweisen. Er sei kein großer Redner, bringe aber gute Redenschreiber mit. Er sei der richtige Politiker, um den Vereinfachern von Trump bis hin zur AfD entgegenzutreten. Mal ehrlich: Für diese Erkenntnisse hätte man nicht eine Stunde gebraucht. Fünf Minuten hätten es auch getan.

„Krise der Union? Quatsch“, rief ein genervter CSU-Generalsekretär Scheuer. Quelle: ARD / Screenshot

Von RND/Jörg Köpke

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