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Medien TV-Experiment endet mit Freispruch
Nachrichten Medien TV-Experiment endet mit Freispruch
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09:05 18.10.2016
Die Richter sprechen das Urteil: Soldat Lars Koch wird freigesprochen. Quelle: ARD
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Berlin

87 Prozent – so eindeutig fiel am Montagabend das Votum des Fernsehpublikums aus. Bei einem interaktiven TV-Experiment konnten sie das Ende des Gerichtsspiels „Terror“ bestimmen, das auf einem Text des Strafverteidigers und Schriftstellers Ferdinand von Schirach beruht.

Darin geht es um den Prozess gegen den Kampfpiloten Lars Koch, der in der Fiktion eine von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine abschießt und damit den Tod von 164 Menschen in Kauf nimmt, um das Leben von 70.000 Besuchern eines Stadions zu retten, auf das die Maschine zusteuert. Ein Szenario, das seit dem 11. September auch deutsche Gesetzgeber und Juristen beschäftigte. Das Publikum, das von Richter Burghart Klaußner aufgefordert wurde Laienrichter zu spielen, sprach den Todesschützen frei.

Kritik an Online-Abstimmung wird laut

Am Abstimmungsverfahren gab es Kritik: Die Online-Version funktionierte teils nicht, auch wurde eine Zwischenlösung wie „schuldig, aber geringes Strafmaß“ vermisst. Das juristische Kammerspiel hatte bereits als Theaterfassung in der Mehrzahl mit einem Freispruch geendet. Und doch überrascht die Deutlichkeit, mit der sich das Fernsehpublikum über die Verfassung hinwegsetzte.

Mit dem dort verbrieften Recht auf Leben und Tod sei ein Gesetz, das von Staatswegen zur Tötung Unschuldiger befugt, nicht vereinbar, urteilte das Bundesverfassungsgericht 2006. Der Pilot stand vor einer „teuflischen Entscheidung“, sagte die Theologin Petra Bahr in der anschließenden Sendung „Hart aber fair“.

Der Richter fällt sein Urteil: Freispruch. Quelle: ARD

Sehen Sie hier das alternative Ende des Films „Terror“, das mit einer Verurteilung endet.

Von RND/Nina May

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