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Streit um Filmnächte in Dresden: Wolle Förster will Filme am Elbufer zeigen

Streit um Filmnächte in Dresden: Wolle Förster will Filme am Elbufer zeigen

Wieder hat ein Ausschuss, der allein und abschließend entscheiden könnte, ein Thema mit dem Minderheitenvotum von Grüne, SPD und Linke aus politischen Gründen in den Stadtrat gehoben: Diesmal werden die "Filmnächte am Elbufer" zum Spielball.

Auf Vorschlag der Verwaltung sollte der Finanzausschuss den 2015 auslaufenden Vertrag mit der PAN GmbH um zehn Jahre verlängern und der Firma Planungssicherheit geben, damit diese dringend notwendige Reparaturen an einer Dachkonstruktion vornehmen kann (DNN berichteten). Dafür gab es eine klare Mehrheit: 6 Ja (CDU, FDP, Bürger), 3 Nein (Grüne, SPD), 2 Enthaltung (Linke). Doch weil Dresdens Rotlichtkönig Wolle Förster kurz vor dem Ausschuss selbst Interesse anmeldete, hoben Grüne, SPD und Linke das Thema in den Stadtrat, der nun am 3. Mai das Thema entscheiden soll.

Ein konkretes Konzept liegt der Stadt von Förster nicht einmal vor, aber ein Brief. Darin bewirbt sich Förster zusammen mit dem Dresdner Druck- und Verlagshaus (SZ, Morgenpost) und der First Class Concept (Mirco Meinel) als Ausrichter. 28 121 Euro zahlt bislang die PAN GmbH jährlich als Nutzungsentgeld für das Gelände am Königsufer. Förster & Co. wollen 40 000 Euro geben, locken mit neuen Künstlern und neuen Formaten, ohne konkret zu werden. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) will zwar nicht ausschreiben. Aber: "Das sollen die Stadträte entscheiden", so der Kämmerer.

Die PAN GmbH reagierte umgehend. Es sei traurig und irritierend, dass es "in Dresden Leute gibt, die sich mit fremden Federn schmücken und in ein gemachtes Nest setzen wollen", sagte Filmnächte-Pressesprecherin Viktoria Franke. Auf DNN-Nachfrage wies sie darauf hin, dass die Wort- und Markenrechte für die "Filmnächte am Elbufer" bei der PAN GmbH liegen. Förster könne sich nur um das Gelände, nicht aber um das Konzept bewerben.

"Eine Ausschreibung der Filmnächte wäre genauso absurd wie eine Ausschreibung des Elbhangfestes, des Dixielandfestivals oder der Schlössernacht", verglich FDP-Stadtrat Jens Genschmar. Dies alles seien private Initiativen und Veranstaltungen, auf die es auch ein geistiges Urheberrecht gebe. "Das ist böser Raubtierkapitalismus", warf CDU-Stadtrat Steffen Kaden den linksgrünen politischen Mitbewerbern vor. Außerdem gehöre die Fläche dem Freistaat. Dort sei der Überlassungsvertrag mit der Stadt bereits bis 2025 verlängert worden. Käme nun ein neuer Betreiber, müsste der Freistaat erneut gefragt werden. Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.04.2012

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