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Nachrichten Medien Steven Spielberg: Ein Leben ohne Drehpause
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09:58 18.12.2016
Der Beste der Besten: Steven Spielberg, die Regie-Ikone, wird 70 Jahre alt. Quelle: dpa
Hannover

Der eine Kinomoment, in dem sich ein ganzes Lebenswerk konzentriert? Steven Spielberg kennt ihn genau: „Da ist der kleine Junge in ,Unheimliche Begegnung der dritten Art’, der vom Licht umflossen wird. Für den Jungen öffnet sich ein Portal zum Unbekannten – und ebenso für mich. Ich hoffe, dass das Publikum diese Reise ins Unbekannte immer wieder mit mir zusammen unternimmt“, hat der US-Regisseur beim Festival in Cannes im Mai gesagt. Beim Gespräch im legendären Carlton-Hotel wirkte er so energiegeladen, als wolle er sofort ins nächste Abenteuer losdüsen.

Spielbergs Worte klangen vielleicht ein bisschen pathetisch. Aber erstens sind ja auch seine Werke nicht frei von Pathos, und zweitens folgt diesem Filmemacher tatsächlich ein Millionenpublikum. Spielberg war es, der Mitte der Siebzigerjahre mit „Der weiße Hai“ das Blockbuster-Kino erfand. Er hat die (Alb-)Träume von kleinen und auch von größeren Kindern auf die Leinwand gebracht, egal ob in „E. T.“, „Indiana Jones“ oder zuletzt in „BFG – Big Friendly Giant“.

Große Liebe: Mit Kate Capshaw ist Spielberg seit 25 Jahren verheiratet. Sie haben eine Schar Kinder. Quelle: GETTY

Ersten beiden Oscars dank „Schindlers Liste“

Dass Spielberg sich nicht nur aufs Fantastische versteht, bewies er allen Skeptikern mit „Schindlers Liste“. Diesen Film drehte er 1993 in Schwarz-Weiß und ohne auftrumpfende Spezialeffekte – direkt vor den Toren von Auschwitz. Kurz darauf initiierte er die „Shoah Foundation“, eine Stiftung, die die Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden dokumentiert. Zigtausende Interviews sind bis heute zusammengekommen. „Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war, bevor ich nach Polen ging“, sagte Spielberg, als er für „Schindlers Liste“ seine ersten beiden Oscars gewann (Regie und Produktion). Mitglieder seiner aus der Ukraine stammenden jüdischen Familie sind in deutschen Konzentrationslagern ermordet worden.

Angeblich dachte er damals darüber nach, mit dem Filmemachen aufzuhören. Vier Jahre später brachte er das nächste „Jurassic Park“-Dinosaurierspektakel an den Start. Das Kino ist Spielbergs Lebenselixier. Schon als Kind vertrieb er seine zahlreichen Ängste mit einer Acht-Millimeter-Kamera in der Hand. Für filmische Experimente ließ der kleine Steven auch schon mal einen mit Kirschkompott gefüllten Dampfkochtopf explodieren. Die Küche seiner Mutter soll sich davon nie wieder ganz erholt haben. Manche Stunde verbrachte der Legastheniker lieber am heimischen Schneidetisch als in der Schule.

Spielberg scheitert mit Bewerbung an der Uni

An der University of Southern California wollte Spielberg Film studieren, gleich zweimal blitzte er ab. Sein Kurzfilm „Amblin’“ (1968) über ein Tramperpärchen öffnete ihm dann die Türen zum Universal Studio. Wenn Spielberg am morgigen Sonntag 70 wird, ist eines klar: In die Rente wird er sich nicht so schnell verabschieden. Erst kürzlich erklärte er: „Ich werde bis an mein Lebensende Regie führen.“ Seine zweite Ehefrau Kate Capshaw und er haben ohnehin wieder mehr Zeit füreinander, die drei leiblichen und zwei adoptierten Kinder sind inzwischen aus dem Haus.

Er ist der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten: Steven Spielberg. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Filme wie „Der Soldat James Ryan“, „Jurassic Park“ und „Schindlers Liste“ . 2015 traf er bei den Dreharbeiten zu „Bridge of Spies“ in Potsdam Bundeskanzlerin Merkel. Quelle: Bundesregierung

Ende nächsten Jahres wird Spielberg das auf einer wahren Geschichte beruhende Historiendrama „The Kidnapping of Edgardo Mortara“ verfilmen. 2018 wird er im Science-Fiction-Thriller „Ready Player One“ in eine virtuelle Online-Welt abtauchen. Das fünfte „Indiana Jones“-Abenteuer mit dem ebenso unverwüstlichen Harrison Ford hat er für Sommer 2019 terminiert.

Allerdings: Auch für den König von Hollywood ist es nicht mehr so selbstverständlich, die Massen vor die Leinwand zu locken. Viele schauen Filme lieber auf dem Handy. Kritisch sieht Spielberg die Fixierung der US-Filmindustrie auf Superhelden-Streifens. Längst hat er sich als Fan von Fernsehserien geoutet und auch welche produziert („Band of Brothers“). Spielberg geht es immer um den Film, egal wo und wie der Zuschauer ihn sehen kann: „Unser Job ist es, das Publikum an den Punkt zu führen, an dem alles andere außerhalb des Films unwichtig wird“, hat er in Cannes gesagt. Er klang genauso überzeugt wie überzeugend.

Von RND/Stefan Stosch

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