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Nachrichten Medien Snapchat, Apple und der Serienwettstreit
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22:03 21.06.2017
Der Nachfolger von „Breaking Bad“ bei Apple? Das könnte schon bald Realität sein. Quelle: Matthias Schinck
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Berlin

Nun also auch noch Snapchat. Die Messenger-App mit dem Geisterlogo war bislang vor allem bekannt für sich selbst zerstörende Nachrichten und Regenbogen erbrechende Selfies. Nun will Snapchat Netflix und Amazon Konkurrenz machen und hat mit Time Warner einen 100 Millionen Dollar schweren Inhalte-Deal geschlossen. Time Warner – Rechteinhaber der HBO-Serie „Game of Thrones“ und von DC Comics – wird zehn exklusive Shows für Snapchat produzieren, sowohl Drama- als auch Comedy-Serien. Die Werbeeinnahmen wollen sich der Messenger und die Produktionsfirma teilen.

Der Wettstreit um exklusive Videoinhalte im Internet wird immer härter, es gibt immer mehr Mitspieler. Gerade erst hat Apple sich auf dem Platz aufgestellt. Der Technikkonzern engagierte zwei Spitzenmanager von Sony Pictures Television: Jamie Erlicht und Zack Van Amburg haben die Erfolgsserien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ mitentwickelt und wechseln nach Cupertino. Mit iTunes hat Apple bereits eine reichenweiten-starke Plattform. Der Konzern mit dem angebissenen Apfel startete jüngst bereits die eigene Tech-Castingshow „Planet of the Apps“. Darin versuchen Entwickler die hochkarätige Jury aus Gwyneth Paltrow, Jessica Alba und Will.i.am von ihren App-Ideen zu überzeugen. Zudem soll der Viral-Hit „Carpool Karaoke“ im August starten.

Wurde eingestellt: Netflix erzählt die Geschichte von „Sense8“ nicht zu Ende. Zum Ärgernis der Fans. Quelle: Murray Close/Netflix

Netflix und Amazon versuchen sich immer mehr zu übertrumpfen, immer größere Stars (Brad Pitt in „War Machine“) oder länderspezifische Angebote („You Are Wanted“ mit Matthias Schweighöfer) sollen die Abonnenten locken. Es gibt bereits erste Anzeichen für eine Marktübersättigung: John Landgraf, Chef des US-Pay-TV-Senders FX, sagte jüngst, dass Streamingdienste mit Serien tonnenweise Geld verlieren würden. Er spricht von einem Überangebot an Serien. Netflix stellte gerade die Prestigeserie „Sense8“ vor der Auflösung der Geschichte ein, vermutlich wegen mauer Zuschauerzahlen der zweiten Staffel und hoher Produktionskosten der an verschiedenen Orten spielenden Serie. Geschichten nicht zu Ende zu erzählen ist ein ziemlich sicherer Weg, sich Sympathien von Serienjunkies zu verspielen.

Eine Serie wie „House of Cards“ bei Snapchat? Das könnte bald möglich sein. Quelle: Matthias Schinck

In Bayreuth gibt man den Sängerwettstreit, im Internet wird der Serienwettstreit ausgefochten. Der setzt auch die klassischen Fernsehsender unter Druck: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben die Verweildauer von Videos in den Mediatheken verlängert.

RTL hat diese Woche erst angekündigt, Netflix und Amazon etwas entgegenzusetzen, und plant, ausgewählte eigene Formate vor der linearen Ausstrahlung kostenpflichtig auf der Videoplattform TV Now zu zeigen. Das klingt erst mal wie ein Verzweiflungsakt: Wer zahlt schon für Inhalte, die er wenig später kostenlos sehen kann? Anke Schäferkordt, RTL-Geschäftsführerin und Bertelsmann-Vorstand, kündigte jedoch eine noch weitergehende On-Demand-Initiative an. Sie will exklusive Inhalte für den eigenen Internetvideodienst produzieren lassen.

„Charité“, „Der gleiche Himmel“, „Hindafing“ (die Antwort auf „Fargo“): Kaum ein Serienneustart im deutschen Fernsehen, bei dem nicht auf Vorbilder aus der internationalen Streamingwelt verwiesen wird. Tom Tykwers Mammutprojekt „Babylon Berlin“, das in diesem Jahr bei Sky, 2018 in der ARD anlaufen soll, kann zumindest schon mal in Sachen Superlativ mithalten: Es soll mit einem Budget von 40 Millionen Euro die teuerste deutsche Fernsehproduktion aller Zeiten werden.

Von Nina May/RND

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