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Medien „Die Vampir Chroniken“ – Hulu gibt Serie in Auftrag
Nachrichten Medien „Die Vampir Chroniken“ – Hulu gibt Serie in Auftrag
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13:46 19.07.2018
Attraktive Kinovampire: Brad Pitt (r.) spielte den philanthropen Blutsauger Louis, Tom Cruise den grausamen Lestat in Neil Jordans Kinoverfilmung des Romans „Interview mit einem Vampir“ von 1994. Quelle: Warner
New York

Der Vampir an sich ist ein weltweites Phänomen – er und seine Verwandten sind seit der griechischen Antike belegt (die Lamien), und mit dem Jiang Shi, der nicht saugt, wohl aber untot ist, gern tötet und an seiner hüpfenden Fortbewegung zu erkennen ist, hat er auch Asien unter Kontrolle. Hüpft ihnen ein Jiang Shi entgegen, können Sie ihn – so zur Hand – mit Hühnereiern bewerfen. Soll helfen. Treffen Sie auf Ihrem Transsylvanien-Trip Dracula, lohnt es sich dagegen, eine Packung Ilja-Rogoff-Knoblauchpillen im Reisegepäck zu haben. Denn Knofi ist des westlichen Vampirs unliebste Knolle.

Rice erzählt, wie das wirklich ist mit Sonne, Knoblauch und Kreuz

Während der Vampir selbst der Lese- und Fernsehratten liebstes Monster ist. Filme und Serien gibt’s zuhauf, jetzt soll eine weitere entstehen. Und zwar nach den Büchern von Anne Rice, deren „Vampir-Chroniken“ durch ihre neuen Wahrheiten über die Blutsauger faszinierten. Rice berichtete, wie Sonne, Knoblauch und Kreuz tatsächlich auf die Physis der untoten Spitzzähne einwirken, und klärte die Frage, ob philanthropische Nosferatus auf Dauer mit Tierblut klarkommen, et cetera.

Der erste und berühmteste Teil von Rice’ Vampirsaga wurde schon einmal verfilmt. In Neil Jordans „Interview mit einem Vampir“ (das Buch stammt von 1976, der Film von 1994) verlieh der junge und ziemlich betörende Brad Pit der Figur des Vampirs Louis de Pointe du Lac einen Hauch von Ewigkeit. Sein Freund und späterer Gegenspieler Lestat de Lioncourt (Tom Cruise) stand für die Grausamkeit der Gattung. In dem qualitativ stark abfallenden Film „Königin der Verdammten“ (2002) konnte der Schauspieler Stuart Townsend als Lestat Cruise nicht das Blut reichen. Weitere Verfilmungsversuche verliefen im Sande.

Hulu gibt grünes Licht für eine Serie nach den Rice-Romanen

Wie unterirdisch schlecht Anne-Rice-Verfilmungen sein können, bewies 2016 der Regisseur Cyrus Nowrasteh mit dem schlaffördernden Religionsdrama „Der junge Messias“. Der Titelheld Jesus musste sich da gegen einen aufdringlichen metrosexuellen Teufel (Rory Keenan) ebenso wehren wie gegen einen Römer, der ihn im Auftrag von Herodes Antipas umbringen soll.

Um wach zu bleiben, fragte sich der Zuschauer immer mal wieder, ob „Herr der Ringe“-Star Sean Bean nun so grimmig dreinblickt, weil der Gehaltsscheck eine Null zu wenig aufwies oder weil ihn die römische Uniform wie einen Playmobilzenturio aussehen ließ.

Und jetzt gibt die Autorin, die 2016 die Filmrechte von den Universal Studios zurückbekam, dem Fernsehen eine Chance, ihren elf Vampirromanen einen adäquaten visuellen Rahmen zu verpassen: Der amerikanische Streamingdienst Hulu gab nach Erkenntnissen des Fachblatts „Hollywood Reporter“ grünes Licht für die Verfilmung des Serienprojekts „The Vampire Chronicles“, das von Paramount Television und Anonymous Content zusammen mit Rice schon seit zwei Jahren entwickelt wird.

Die Abenteuer Lestats benötigen überwältigende Bilder

Ein Showrunner wird noch gesucht – der zuletzt sehr wetterwendische „Hannibal“-Macher Bryan Fuller war zwischenzeitlich wieder ausgestiegen. Das Drehbuch des anvisierten Pilotfilms stammt aus der Feder von Rice’ Sohn Christopher. Dessen Titel „Wolf Killer“ bezieht sich womöglich auf die Zeit, bevor Lestat, der sich mit dem zweiten Buch „Der Vampir Lestat“ (1985) zum Held der Buchreihe aufschwang, zum Untoten wurde. Als junger Mann befreite der Sohn eines blinden Marquis die Bewohner seines Dorfs in Der Auvergne von einer Wolfsplage.

Seit dem Erfolg von „Game of Thrones“ konnte Rice sich ihre Saga im TV-Format vorstellen heißt es. Der Protagonist erlebt ja auch allerhand, was großartige Bilder benötigt – er trifft Luzifer höchstselbst und reist – im vorläufig letzten Roman – sogar nach Atlantis. Ein Herumtreiber, dieser Vetter Draculas.

Apropos: Gibt man auf der digitalen Suche nach Blutsaugern dessen Namen, also www.dracula.de ein, findet man sich seltsamerweise auf der Seite eines Likörerzeugers wieder. Der bietet einen Blutschnaps an. Und sollten Sie Blut nach dessen Verkosten auch ganz lecker finden – keine Sorge, Sie sind ! – es ist bloß Ingwer!

Von Matthias Halbig

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