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Prüfbericht der Rechnungshöfe zu Tatort-Produktionen des MDR

Finanzen Prüfbericht der Rechnungshöfe zu Tatort-Produktionen des MDR

Auch der Dresdner Landtag wird sich demnächst mit einem neuen Prüfbericht der Rechnungshöfe zum Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) befassen. Die Untersuchung nimmt drei Tatort-Produktionen unter die Lupe.

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Das Ermittlerduo Nora Tschirner und Christian Ulmen stellt hier in Weimar „Die fette Hoppe“ vor.

Quelle: Archiv/dpa-Zentralbild

Dresden. Die Rechnungshöfe der MDR-Staatsvertragsländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt haben die Auftragsproduktionen für drei Tatorte geprüft. Dabei erzielten Sender und Kontrolleure an vielen Stellen letztlich Übereinstimmung. Waren Rechnungshofberichte in früheren Jahren meist mit viel Kritik an der gebührenfinanzierten Rundfunkanstalt verbunden, gibt es jetzt sogar Lob von den Finanzprüfern mit dem Thüringer Rechnungshof federführend an der Spitze. „Grundsätzlich begrüßen die Rechnungshöfe die Ausschreibung der Tatortproduktionen, damit hat der MDR einen weiteren Schritt zur Korruptionsvorbeugung und zu mehr Transparenz getan, schreiben die Kontrolleure in dem knapp 20-seitigen Papier, dass den DNN vorliegt. Die Rechnungshöfe leiten ihre Untersuchungsergebnisse den Staatskanzleien in Dresden, Erfurt und Magdeburg zu, die wiederum die Ergebnisse an die jeweiligen Landtage weiterleiten.

Ein Aber gibt es im Bericht aber doch: Den Rechnungshöfen sei bewusst, dass bei den Filmproduktionen vor inhaltliche und künstlerische Aspekte von Bedeutung sind. „Im Verfahren der Durchführung von Produktionen hat der MDR jedoch auch die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten.“ Das Grundrecht auf Rundfunkfreiheit wollen die Prüfer ausdrücklich „nicht in Frage stellen“. Es sollte aber „mit dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit in Ausgleich gebracht werden“.

Die Rechnungshöfe nahmen die Produktionen der Tatorte „Fette Hoppe“ (Weimar), „Kalter Engel“ (Erfurt) und „Schwarzer Afghane“ (Leipzig) unter die Lupe. Kritisch bemerken die Prüfer, dass der MDR bei der Vergabe von Leipziger Tatortproduktionen, den als Ausnahme gedachten Verzicht auf die Angebotseinholung genehmigte. Dies wurde unter anderem damit begründet, dass „die personellen Kapazitäten beim MDR über Gebühr belastet“ seien. Dies dürfe nicht dazu führen, so die Prüfer, „dass interne Dienstanweisungen nicht umgesetzt werden“. Der MDR stimmte den Rechnungshöfen grundsätzlich zu. Es sei jedoch nicht zu befürchten, dass die Ausnahme zum Regelfall werde, trat er den Sorgen der Prüfer entgegen.

Kritik gab es auch an den zeitlichen Abläufen beim Vertragsabschluss. „Der Vertragsabschluss bis sechs Wochen vor Drehbeginn konnte bei keiner der Produktionen eingehalten werden.“ Der MDR stimmte laut Prüfbericht den Feststellungen zu. Mit seiner Stellungnahme sei dem Anliegen der Prüfer Rechnung getragen, heißt es im Bericht. Ferner will der Sender auch bei der Rechteverwertung weiteren Empfehlungen der Prüfer folgen. Abschließend stellte die Kontrolleure fest, „dass der MDR gemeinsam mit den anderen ARD-Anstalten die Erhöhung der Kostentransparenz mit dem Ziel der Vergleichbarkeit von Einzelproduktionen auf Basis der Selbstkosten weiter vorantreibt“.

Von Ingolf Pleil

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