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Medien Piraten planen Vorstoß für Gratis-WLAN: Piraten kritisieren Sperren im geplanten Dresdner Gratis-WLAN
Nachrichten Medien Piraten planen Vorstoß für Gratis-WLAN: Piraten kritisieren Sperren im geplanten Dresdner Gratis-WLAN
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17:28 09.09.2015
Quelle: dpa
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Das kündigte Stadtrats-Pirat Norbert Engemaier den DNN an.

„Dresden braucht ein freies WLAN für freie Menschen“, betonte Engemaier, der kürzlich mit seinem Piraten-Kollegen Martin Schulte-Wissermann der Linksfraktion beigetreten war und damit die rot-rot-grüne Mehrheit im Rat hinter sich hat. „Die staatlichen Fördermittel der EU sollten jetzt zur Unterstützung von Freifunkinitiativen wie Freifunk Dresden ausgegeben werden.“

Bei „Freifunk“ handelt es sich um ein deutschlandweites Netzwerk von Privatpersonen, die WLAN-Zugänge im öffentlichen Raum kostenlos und ohne Beschränkungen freigeben. Bisher gibt es in Dresden erst ein paar Handvoll Freifunk-Stationen, die lose über das Stadtgebiet verteilt sind. „Das Hauptproblem sind hier die Aufstellplätze für die Router“, meint Engemaier. „Da könnte die Stadtverwaltung mehr tun, da sie nahezu überall eigene Gebäude hat, die sie zur Verfügung stellen könnte.“ Bisher gibt es in Dresden nur sehr dünne WLAN-Netze, die öffentlich und kostenlos nutzbar sind. Kabel Deutschland, Telekom und eine Reihe von Läden und Restaurants bieten zwar teils Gratis-Internetfunk an, aber meist mit vielen Einschränkungen.

Das bisher ambitionierteste Projekt kommt von der „Dresden Informations GmbH“ (DIG), die ab Mitte 2015 ein Kostenlos-Netz in der Innenstadt installieren will (DNN berichteten). „Prinzipiell ist jede Privatinitiative, die WLAN-Versorgung zu verbessern, natürlich erst mal begrüßenswert“, sagte Engemaier. Aber das DIG-Projekt lese sich so, „als ob hier alles falsch gemacht werden soll, was man falsch machen kann“.

So kritisierte der Pirat, dass im DIG-Netz Datenaustausch-Dienste („File Sharing“) und „unerwünschte“ Inhalte (etwa Porno-Seiten) geblockt werden sollen. „Schon die Debatte um kontrollierte staatliche Zensur von Webinhalten stieß gerechtfertigterweise auf breite Ablehnung. Eine Privatisierung von Internetsperren ist jedoch noch viel problematischer und daher ohne Wenn und Aber abzulehnen.“

hw

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