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Netzwelt Waltz vs. Zuckerberg: Sind soziale Medien Schuld am Trump-Sieg?
Nachrichten Medien Netzwelt Waltz vs. Zuckerberg: Sind soziale Medien Schuld am Trump-Sieg?
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16:29 11.11.2016
Schauspieler Christoph Waltz (links) und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Quelle: RND/dpa
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Wien

Im Gespräch mit der österreichischen Nachrichtensendung „ZiB24“ geht Schauspieler Christoph Waltz schwer ins Gericht mit den sozialen Medien. Die sogenannten sozialen Netzwerke hätten eine sehr, sehr hohe antidemokratische und undemokratische Energie, sagt er: „Und ich wage zu bezweifeln, dass dieser brunzdumme Irrsinn ohne sogenannte soziale Netzwerke so schnell zu verbreiten gewesen wäre.“

Er sei nach dem Sieg des Republikaners sehr besorgt. „Wenn Trump mit dem Erfolg hat, was er im Wahlkampf angekündigt hat, dann ist das Ende erreicht“, sagte der 60-jährige gebürtige Wiener.

Wähler entscheiden auf Grundlage ihrer Lebenserfahrung

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bezweifelt, dass weit verbreitete Falschmeldungen bei dem Online-Netzwerk den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA mitentschieden hätten. „Ich persönlich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook, die nur einen sehr geringen Anteil der Inhalte ausmachen, die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten“, sagte Zuckerberg bei einem Auftritt auf der Konferenz „Techonomy“ in Kalifornien in der Nacht zum Freitag. Die Wähler entschieden auf Grundlage ihrer Lebenserfahrung.

Facebook ist im Wahlkampf vorgeworfen worden, das Online-Netzwerk habe zu wenig gegen die Ausbreitung gefälschter Nachrichten-Artikel unternommen. Mit Christoph Waltz haben die Kritiker nur einen weiteren Fürsprecher gefunden. Die angeblichen Berichte gossen meist Wasser auf die Mühlen des republikanischen Präsidentschaftsanwärters Donald Trump. So hieß es zum Beispiel, der Papst habe dessen Kandidatur unterstützt. Facebook ist für viele Mitglieder zu einer zentralen Nachrichtenquelle geworden. „Wenn etwas in sozialen Medien kursiert, glauben die Menschen daran“, betonte Präsident Barack Obama kurz vor der Wahl.

Facebook-Nutzer neigt dazu, Dinge auszublenden

Zuckerberg bestritt auch, dass sich im Newsfeed des Online-Netzwerks eine sogenannte Filterblase bilde, in der den Nutzern durch Software-Algorithmen vor allem Nachrichten angezeigt werden, die zu ihren Ansichten passen und diese damit nur verfestigen. So habe eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie von Facebook gezeigt, dass sich die angezeigten Nachrichten für Liberale und Konservative nur geringfügig unterschieden.

Zugleich zeigte sich dabei aber auch, dass die Menschen seltener auf Überschriften klicken, die nicht mit ihrer Meinung übereinstimmen. Man neige dazu, Dinge auszublenden, die nicht der eigenen Weltsicht entsprächen, sagte Zuckerberg. „Ich weiß nicht, was man dagegen unternehmen kann.“

Facebook-Manager: Haben System, um Falschmeldungen zu erkennen

Der für Produktmanagement zuständige Facebook-Manager Adam Mosseri räumte zugleich ein, das Online-Netzwerk müsse mehr unternehmen, um gefälschte Nachrichten zu entdecken und herauszufiltern. Facebook habe zwar jetzt schon Verfahren, um Falschmeldungen zu erkennen. „Trotz dieser Anstrengungen ist uns bewusst, dass wir so viel mehr machen müssen.“

Facebook war mitten im Wahlkampf vorgeworfen worden, Mitarbeiter hätten in den Nachrichten-Trends in den USA Berichte über konservative Politiker unterdrückt. Das Online-Netzwerk fand in einer internen Untersuchung keine Belege für eine bewusste Manipulation, inzwischen werden die Nachrichten-Trends aber weitgehend von Algorithmen ohne menschliches zutun erstellt. Seitdem rutschten dort immer wieder gefälschte News durch.

Von RND/fw/dpa

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