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Netzwelt Verbraucherschützer verklagen WhatsApp
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13:13 30.01.2017
Verbraucherschützer haben WhatsApp wegen der Datenweitergabe an Facebook verklagt. Quelle: dpa
Berlin

Hintergrund der Klage sind die im vergangenen August geänderten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen. Seitdem sammele und speichere WhatsApp von Verbrauchern teils widerrechtlich Daten und gebe diese an Facebook weiter, erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) am Montag. Deshalb habe er vor dem Landgericht Berlin Klage gegen den Messengerdienst eingereicht.

Facebook hatte im vergangenen November nach dem Einschreiten von Datenschützern und einer Abmahnung durch den VZBV die Weitergabe und Nutzung von Daten europäischer WhatsApp-Nutzer an den Mutterkonzern ausgesetzt. Der vorläufige Stopp solle Behördenvertretern die Möglichkeit geben, ihre Sorgen vorzubringen - und Facebook die Zeit, diese abzuwägen, erklärte damals das weltgrößte Online-Netzwerk.

Es geht auch um Daten von Nicht-Facebook-Mitgliedern

WhatsApp mit über einer Milliarde Nutzern hatte Ende August angekündigt, künftig die Telefonnummer der Nutzer an Facebook weiterzugegeben. Außerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird. Dadurch solle Werbung und die Freunde-Vorschläge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es.

Der VZBV betonte, die Weitergabe der Daten geschehe unabhängig davon, ob die Anwender einen Facebook-Account haben oder nicht. Besonders kritisch sei, dass auch Nummern von Verbrauchern, die lediglich im Telefonbuch der WhatsApp-Kunden gespeichert sind, an die gesamte Facebook-Unternehmensgruppe gingen.

Verbraucherschützer: WhatsApp soll Daten löschen

Mit der Klage wollen die Verbraucherschützer erreichen, dass die weitergeleiteten Daten gelöscht werden. WhatsApp solle außerdem unterlassen, insgesamt acht beanstandete Klauseln aus den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie gegenüber den Nutzern zu verwenden. Beispielsweise behalte sich WhatsApp das Recht vor, seinen Nutzern ohne deren Einwilligung auch Werbematerial aus der Facebook-Unternehmensgruppe zukommen zu lassen.

„Facebook hat im Jahr 2014 öffentlichkeitswirksam erklärt, die Nutzerdaten zwischen den beiden Diensten nicht auszutauschen“, erklärte Carola Elbrecht, Rechtsreferentin beim VZBV. Darauf hätten viele Verbraucher vertraut. „Dieses Versprechen hat nicht lange gehalten.“

Von dpa/RND

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