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Netzwelt So will Jan Böhmermann einen Pöbler erschreckt haben
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22:38 30.11.2016
Jan Böhmermann veröffentlichte am Mittwoch ein Chatprotokoll – es soll zeigen, wie er einen Pöbler auf Facebook in die Schranken wies. Quelle: Oliver Berg
Berlin

Neue Idee von Jan Böhmermann: Sobald jemand einen anderen Menschen im Internet beleidigt, schaltet sich das „Bundesministerium für Internetsicherheit und Zensur“ (BMfIZ) ein und droht dem Hater mit empfindlichen Strafen: zum Beispiel mit Internetentzug und Punkten beim Zentralen Internet-Punkteregister. Oder mit einer Nachricht an den Lieblingsfußballverein des Pöblers – damit dieser ein Stadionverbot gegen den Troll ausspricht. Es müssen schließlich Strafen sein, die weh tun.

Aber das BMfIZ gibt es nicht. Es ist eine Erfindung von Jan Böhmermann. Er drohte damit einem Facebook-Nutzer, der ihn als „überflüssiges hirnloses arschloch“ beleidigte – so stellte es der Satiriker jedenfalls auf seiner Facebookseite dar. Dort veröffentlichte Böhmermann am Mittwoch die Nachrichten des Trolls und seine Antworten darauf.

Reaktion auf Böhmermanns Beitrag über die AfD?

Das Gespräch sei eine Reaktion auf die jüngste Sendung von „Neo Magazin Royale“ gewesen, berichtete die Jugendseite „bento“ von „Spiegel Online“. Der Satiriker hatte in seiner Sendung am Donnerstag aufgelistet, „was die sehr, sehr gute Partei AfD schon alles für unser Land Deutschland geleistet hat“. Seine Redaktion stellte die Ergebnisse anschließend als Präsentation ins Internet.

Daraufhin soll ihn der Hater direkt über Facebook angeschrieben haben. Böhmermann antwortete dem Pöbler mit einer Nachricht des erfundenen BMfZI: „Achtung, Hater! Ab sofort wird bei Beleidigungen und Bedrohungen das Bundesministerium für Internetsicherheit und Zensur eingeschaltet!“

Anschließend schickte der Satiriker seinem Troll eine Mitteilung – im Namen des Ministeriums: Der Hater werde mit 7 Punkten im „Zentralen Internet Punkteregister“ verwarnt, außerdem werde sein Arbeitgeber informiert. Ein Stadionverbot drohte Böhmermann dem angeblichen BVB-Fan auch noch an.

Hater: „Ich muss jetzt die Supper auslöffeln“

Der Angeschriebene wurde daraufhin mit den Worten zitiert: „Ich bin das nich gewesen.mein kumpel hat mein handy benutzt“. Und er drohte seinerseits: „Sollten sie meinen Arbeitgeber informieren werde ich auch schritte einleiten wegen falscher Verdächtigungen. guten Tag.“

Aber Böhmermann fing jetzt erst an: Sein BMfIZ drohte dem Hater unter anderem mit „Entzug der Interneterlaubnis“, bot aber an, der Betreffende könne sich sozial engagieren, um die Punkte wieder abzubauen – zum Beispiel durch die Aufnahme eines Geflüchteten.

„Ich wäre natürlich dazu bereit damit das schnell aus der welt geschafft wird“, antwortete der Hater angeblich. „Nur zu Hause aufnehmen kann und will ich keinen“, schickte er direkt hinterher. Und er wiederholte: Er sei es nicht gewesen. „Ich habe den hern B. nichtbeleidigt.“ Das sei ja sein Kumpel gewesen. „Ich muss jetzt die Suppe auslöffeln.“

Oder ist es eine weitere Inszenierung?

Auf Böhmermanns Facebook-Seite gab es am späten Mittwochnachmittag bereits mehr als 3500 Kommentare, die meisten davon voller Anerkennung darüber, wie der Satiriker sich zur Wehr setzt. Und voller Spott über den angeblichen Pöbler, der sich laut der Postings so einen Bären aufbinden lässt und dann zu Kreuze kriecht, weil er Angst vor Ärger mit seinem Arbeitgeber hat. Und vor einem Stadionverbot von Borussia Dortmund.

Ob sich Böhmermann allerdings tatsächlich mit einem Hater ausgetauscht und ihm weisgemacht hat, er melde sich im Namen des Bundesministeriums für Internetsicherheit und Zensur, oder ob das wieder einmal ein typischer Böhmermann-Scherz war, ist nicht sicher. So präsentiere der Satiriker lediglich Screenshots der Konversation und verlinkte nicht etwa auf ein echtes Nutzerprofil, das man überprüfen könnte.

Und Böhmermann hat schließlich schon einmal einen Grimme-Preis für sein Verwirrspiel um den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Giannis Varoufakis bekommen. In dem damaligen Video spielt Böhmermann damit, ein Video über Varoufakis zu fälschen – aber war das Video über das gefälschte Video echt?

Screenshots aus dem Chat zwischen Jan Böhmermann und dem Pöbler (Quelle: Facebook / Jan Böhmermann):

Von dpa/RND/wer

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