Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Netzwelt Löschoffensive bei Facebook und YouTube
Nachrichten Medien Netzwelt Löschoffensive bei Facebook und YouTube
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:31 24.04.2018
YouTube hat im letzten Quartal rund 8 Millionen Videos gelöscht. Quelle: dpa
Menlo Park/Redwood City

Sowohl YouTube als auch Facebook haben mehrere Millionen Beiträge gelöscht, die gegen die Firmen-Richtlinien verstoßen. Die Video-Plattform YouTube nutzt dabei vor allem Software. Entsprechende Programme löschten rund 80 Prozent der 8,3 Millionen Clips, die im letzten Quartal 2017 entfernt wurden. Bei den Beiträgen handelte es sich vor allem um Spam und nicht jugendfreie Inhalte, meldete YouTube in einem Blogpost. Von den 6,7 Millionen automatisch gelöschten Videos wiederum, wurden 76 Prozent bereits entfernt bevor sie auch nur einen Klick erhielten.

Die YouTube-Software greift dabei zum einen auf eine Datenbank mit bereits bekannten Videos zurück, die bei Versuchen, sie erneut hochzuladen, gestoppt werden. Zugleich analysiert sie auch zunehmend selbst Videoinhalte, um problematische Clips ausfindig zu machen und zur Prüfung mit einer sogenannten „Flag“ zu markieren. Die endgültige Entscheidung wird dabei größtenteils von den Google-Mitarbeitern getroffen.

Auch Nutzer können Videos bei Verstößen eigenständig melden. Deutschland ist auf Platz fünf der Länder mit den meisten Meldungen von Nutzern nach Indien, den USA, Brasilien und Russland.

In einem Video erklärt das Unternehmen, wie die Löschfunktionen auf der Plattform funktionieren und wie Nutzer, Clips melden können.

Bei Facebook wird Unternehmensangaben zufolge ebenfalls fleißig gelöscht. Im ersten Quartal 2018 entfernte oder verwarnte das Soziale Netzwerk insgesamt 1,9 Millionen Beiträge, die einen Bezug zu den Terrororganisationen Islamischer Staat und Al-Kaida aufweisen. Auf intelligente Software setzt auch Facebook.

99 Prozent der Beiträge wurde nicht von Benutzern gemeldet, sondern von automatisierter Software und eigenen Prüfern entdeckt, hieß es in einem Facebook-Blogeintrag. Im Durchschnitt seien solche Beiträge für weniger als eine Minute auf der Plattform verfügbar. Ein 200 Mitarbeiter starkes Team arbeitet zudem einzig an der Bekämpfung von Terrorismus im Sozialen Netzwerk.

Nur wenige Nutzer melden mangelnde Löschung

In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2018 das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG). Es schreibt vor, dass Plattformen wie Facebook oder YouTube klar strafbare Inhalte binnen 24 Stunden nach einem Hinweis löschen müssen - und in weniger eindeutigen Fällen eine Woche Zeit haben. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 50 Millionen Euro. Wenn die Netzwerke nicht schnell genug reagieren, können sich die User beim Bundesamt für Justiz beschweren.

In den ersten Monaten haben sich jedoch deutlich weniger Internetnutzer wegen mangelhafter Löschungen gemeldet als erwartet. Die niedrige Zahl der Anzeigen sei „ein Indiz dafür, dass das Gesetz Wirkung zeigt und die Plattformen ihrer Pflicht nachkommen“, sagte ein Sprecher des Bundesamts für Justiz.

Das NetzDG hatte auch für Kritik gesorgt. Gegner argumentieren, dass es die Plattformbetreiber dazu verleitet, aus Angst vor Bußgeld grenzwertige Inhalte eher zu sperren. Das könne zu Zensur führen.

Von RND/mkr/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der laute Ton eines Feueralarms hat in einem schwedischen Rechenzentrum Festplatten zerstört und beschädigt. Für mehrere Stunden kamen dadurch Banken und die elektronische Börse Nasdaq zum Erliegen.

23.04.2018

Hautärzte warnen davor, zu lange in die Sonne zu gehen. Andererseits wird so das wichtige Vitamin-D3 gebildet. Wie lange ist also lange genug? Einige Apps können helfen.

23.04.2018

Helfende Hände beim Abwasch oder der Gartenarbeit gesucht? Der Online-Riese Amazon plant einem Medienbericht zufolge einen elektronischen Haushaltsassistenten, der sich selbstständig im Raum bewegt.

23.04.2018