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Netzwelt Krankenhäuser rüsten sich gegen Cyber-Attacken
Nachrichten Medien Netzwelt Krankenhäuser rüsten sich gegen Cyber-Attacken
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16:16 28.06.2017
Eine Erpressungssoftware hat weltweit zahlreiche Rechner infiziert. Die Angreifer verlangten 300 Dollar in der Cyberwährung Bitcoin. Quelle: dpa
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Berlin

Von dem zweiten massiven Angriff mit Erpressungssoftware sind neben Unternehmen wie der Nivea-Hersteller Beiersdorf und die dänischen Reederei Maersk auch die Terminals in mehreren Häfen sowie mindestens ein Krankenhaus im amerikanischen Pittsburgh betroffen. Schon vor sechs Wochen waren mehrere Krankenhäuser in Großbritannien von dem Erpressungstrojaner „Wannacry“ lahmgelegt worden.

Besonders bei sensiblen Einrichtungen wir Kliniken kann der Schaden eines Cyber-Angriffs verehrend sein. Deshalb müssen sich große Krankenhäuser und Kliniken in Deutschland künftig intensiver um die Sicherheit ihrer IT-Infrastruktur kümmern. Ab Ende Juni gelten nach dem IT-Sicherheitsgesetz auch Krankenhäuser als „kritische Infrastruktur“. Betroffen seien allerdings „nur die großen Pötte“, erklärte Matthias Fischer vom Bundesinnenministerium am Dienstag auf einem Expertenforum in Berlin. Eine Reihe von Referenten hatten auf dem Expertenforum in Berlin kurzfristig ihre Teilnahme wegen des laufenden Cyber-Angriffs abgesagt.

Kleine Krankenhäuser fallen nicht unter die neuen Regelungen

Die neuen Regeln gelten für insgesamt 110 Krankenhäuser und Kliniken, die mindestens 30 000 Behandlungsfälle im Jahr vorweisen. Die großen Einrichtungen hätten allerdings schon früher viel in IT-Sicherheit investiert, gaben Experten auf dem Forum zu Bedenken. Dass kleinere Einrichtungen dabei nicht berücksichtigt würden, sei „mit der Versorgungsrealität nicht in Einklang zu bringen“, kritisierte zuletzt auch der Marburger Bund.

So falle etwa das Lukas-Krankenhaus in Neuss, das im vergangenen Jahr Ziel eines Cyberangriffs gewesen sei, nicht unter die neuen Regelungen. Das Innenministerium könne aber die Versorgungsstrukturen nur aus Bundessicht bestimmen, sagte Fischer. Aus regionaler Sicht seien kleinere Häuser dagegen natürlich von großer Bedeutung.

Bisher war die Sicherung der IT-Systeme weitgehend freiwillig

Jan Neuhaus von der Deutschen Krankenhausgesellschaft appellierte allerdings gegen „Panikmache“. Bereits in den bislang bestehenden Strukturen hätten Krankenhäuser eigene Notfallpläne. Dennoch seien die Gefahren real, „und selbst zufällige Angriffe können erhebliche Schäden verursachen“.

Bislang basierte die Sicherung der IT-Systeme in Krankenhäusern weitgehend auf Freiwilligkeit. Künftig müssen sie etwa eine Kontaktstelle für IT-Sicherheitsfragen rund um die Uhr unterhalten und „erhebliche Störungen“ an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden.

Von RND/dpa/ang

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