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19:15 17.11.2017
Cookies dienen meist als eine Art Lesezeichen und können für den Benutzerkomfort wichtig sein, etwa beim Onlineshopping. Was mit den gesammelten Daten passiert, bleibt aber oft unklar. Quelle: picture alliance/Andrea Warnec
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Berlin

Von 16 überprüften Datenschutzerklärungen bekannter Internetdienste, die eine Zustimmung für die Nutzung einfordern, ist aus Verbrauchersicht keine Regelung wirklich aussagekräftig. Die Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss, dass bei den Bestimmungen in der Regel weniger der Datenschutz von Verbrauchern im Vordergrund steht als vielmehr die Berechtigung zur Weiterverwertung ihrer persönlichen Angaben durch das jeweilige Onlineunternehmen. So verkehrt sich die Aussage der Überschrift „Datenschutzbestimmungen“ häufig ins Gegenteil.

Welche Daten bei der Nutzung erhoben werden, sollte der Anbieter möglichst genau auflisten. Im Test schnitt in dieser Hinsicht einzig das Video-on-Demand-Portal Maxdome von ProSiebenSat.1 Media vorbildlich ab. Andere Anbieter bleiben bei der Auflistung im Vagen und nennen nur „Beispiele für personenbezogene Informationen“. Offen bleibt, was genau gespeichert wird. Microsoft etwa teilt mit, dass die bei der Nutzung seiner Dienste anfallenden Daten „verknüpft“ werden. Das beinhaltet Mails über Outlook, Internettelefonate über Skype oder auch Suchanfragen über Bing. Aus Sicht von Verbraucherschützern sollte jedoch nur so viel wie nötig gespeichert werden. Dass Microsoft am Ende seiner juristisch verschwurbelten Nutzungsbestimmungen erklärt, bei Onlinespielen über die Spielekonsole Xbox den Chat und die Gespräche stichprobenartig zu überwachen, greift laut Datenschützer unangemessen in Persönlichkeitsrechte ein.

Maxdome konnte als einziges Unternehmen mit seiner Datenschutzerklärung überzeugen. Quelle: Montage: RND/Anbieter
Microsoft fiel den Testern negativ durch verschwurbelte Nutzungsbestimmungen auf. Quelle: Montage: RND/Anbieter

Information über Art der Datenerhebung fehlt oft

Welche und wie viele persönliche Daten der Anbieter erfasst, hängt letztlich von der Dienstleistung ab. Doch nicht allein eine vollständige Auflistung der Daten wäre angebracht, sondern auch die Information darüber, wie die Daten erhoben werden. Einige Informationen erfassen die Anbieter bei der Kundenregistrierung, andere mit technischen Hilfsmitteln wie dem Gefällt-mir-Button bei Facebook, einem Social Plug-in. Auch Miniprogramme namens Cookies sammeln permanent Nutzungsgewohnheiten oder Suchanfragen. Gänzlich ohne Cookies sind viele Dienste gar nicht nutzbar, sodass Kunden der Datensammlung kaum entgehen können. Wofür die Daten genutzt werden, bleibt oft im Dunkeln.

Die Unternehmen greifen nicht immer nur zu Werbezwecken auf Daten zurück. So wird beim Otto-Versand etwa an den Baur-Versand und an Sport-Scheck weitergegeben, wenn ein Kunde nicht zahlt. Das kann dazu führen, dass der Kunde dann dort keinen Kauf auf Rechnung mehr tätigen kann.

Wer mehr über seine Datenverarbeitung erfahren will, kann sich an die Datenschutzbeauftragten der Unternehmen wenden: Oftmals geht das nur über ein Kontaktformular, das noch dazu in Englisch ausgefüllt werden muss.

Tipp

Vermeiden lässt sich die Datenpreisgabe kaum. Doch immerhin lassen sich Daten streuen. Dafür sollten für E-Mail, Internetrecherche oder für die Nutzung sozialer Netzwerke unterschiedliche Anbieter ausgewählt werden. Das gibt einzelnen Firmen weniger Wissen. Auch im Falle eines Datenlecks ist es besser, wenn sich die Informationen nicht bei einem Anbieter konzentrieren, sondern über mehrere Dienste verteilt sind. Als Nachteil für den Kunden könnte sich erweisen, dass er dann mehrere mehrseitige Datenschutzbestimmungen leses muss.

Von RND/dpa

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