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Netzwelt Helium legt iPhones und Apple Watches lahm
Nachrichten Medien Netzwelt Helium legt iPhones und Apple Watches lahm
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14:03 01.11.2018
Eins der jüngst vorgestellten Apple-Modelle: das iPhone XR. Der immer komplexere Bau macht die Geräte auch anfälliger. Quelle: Stuart C. Wilson/Getty Images
Chicago

Plötzlich häuften sich die Anrufe bei Erik Wooldridge. Bei ihm gingen immer mehr Beschwerden ein, dass Mobiltelefone ausfielen. Wooldridge arbeitet als IT-Spezialist im Morris Hospital in der Nähe von Chicago im US-Bundesstaat Illinois. Das Krankenhaus hatte gerade erst ein neues Gerät zur Magnetresonanztomographie (MRT) angeschafft, auf das sein Verdacht viel.

„Mein erster Gedanke war, dass das MRT eine Art elektromagnetischen Impuls ausgelöst hatte“, sagte er dem Technikportal „iFixit“. Doch ein solcher Impuls hätte auch andere Geräte lahm gelegt. Betroffen waren jedoch ausschließlich Smartphones und -watches von Apple, die Android-Geräte der Techniker im Haus funktionierten nach wie vor. Manche der Apple-Geräte fielen komplett aus, andere hatten Probleme bei der Mobilfunkverbindung.

Fehlersuche im Internet

Da er nicht weiter wusste, wandte er sich schließlich an „Reddit“, wo andere Nutzer schnell das Gas in Verdacht hatten. Flüssiges Helium werde zur Kühlung des MRT eingesetzt, erklärt Wooldridge. Als er die Anlage untersuchte, fand er schnell ein Leck. Etwa 120 Liter waren innerhalb von fünf Stunden ausgetreten. Helium wird erst nahe des absoluten Nullpunkts flüssig, verdampfte also sofort. Das farblose und geruchlose Gas konnte sich dann unbemerkt im Krankenhaus verteilen.

Doch warum reagierten Apple-Geräte darauf, Android-Smartphones aber nicht? „iFixit“ vermutete zunächst, dass Heliummoleküle mechanisch die Abläufe in den Chips der Geräte stören könnte. Doch Gyroskope und Beschleunigungssensoren mit ihren mikrometerdünnen Elementen stecken so auch in Android-Geräten. Etwas anderes musste das Problem sein. Die Geräte, von denen Wooldridge berichtet hatte, waren zwar alle von Apple, aber sie hatten noch etwas gemein: Keines, das ausgefallen war, war älter als vier Jahre.

Helium bringt Apple-Geräte aus dem Takt

Das brachte „iFixit“ auf die richtige Spur: Mit dem iPhone 6 wechselte bei Apple 2014 der Taktgeber oder Oszillator: Die inneren Uhren dieser iPhone-Modelle bestimmt nicht mehr die Frequenz eines Quarzkristalls, der schwingt. Apple verbaut seit dieser Zeit MEMS Silizium-Zeitoszillatoren, die kleiner sind und Temperaturschwankungen besser meistern als Quarz.

Sie haben jedoch den Nachteil, dass sie auf eindringendes Helium allergisch reagieren. Die kleinen Helium-Moleküle können ins Geräteinnere vordringen und stoppen die Uhr mechanisch.

Auslüften kann im Schadensfall helfen

Apple selbst ist dieses Problem bekannt und weist in den Benutzerhandbüchern für das iPhone und die Apple Watch explizit auf Helium hin: „Der Betrieb des iPhone in Umgebungen mit Industriechemikalien in hoher Konzentration (einschließlich verflüssigter Gase wie Helium nahe der Verdampfungstemperatur) kann zu Schäden am Gerät und zu Beeinträchtigungen der iPhone-Funktionalität führen.“

Allerdings, so Apple, sollte Helium nicht zu dauerhaften Schäden führen. Normalerweise könne das Gas das Gerät von allein wieder verlassen. Dazu müsse es auslüften und dabei der Akku entladen werden. Etwa nach einer Woche ist das iPhone oder die Apple Watch dann bereit zum Aufladen und Neustart.

Von RND/nie

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