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Netzwelt Fitness-App zeigt geheime US-Stützpunkte
Nachrichten Medien Netzwelt Fitness-App zeigt geheime US-Stützpunkte
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15:10 26.03.2018
Die App Strava erfasst weltweit die Laufrouten ihrer Anwender. Diese Daten flossen in eine Heatmap ein. Die zeigt auch auf welchen US-Basen die Truppen trainieren. Für das US-Militär ist das ein Sicherheitsrisiko. Quelle: Screenshot/strava.com
Hannover

Die Socialmedia Plattform Strava erhält seit Montagmorgen mehr Aufmerksamkeit als den Betreibern lieb sein könnte. Das Netzwerk für Athleten hatte im November eine Heatmap veröffentlicht, die detailliert zeigt, welche Strecken seine Mitglieder zurücklegen – und vor allem auch, wo sie dies tun. Der australische Analyst Nathan Ruser macht nun auf Twitter publik, dass man anhand der Karte sehr genau Marschrouten auf Basen der US-Armee ausmachen könnte. Offensichtlich hatten Militär-Angehörige die App im Dienst verwendet und ihre Strecken bei Strava hochgeladen.

Sportler können mit der Strava-App die GPS-Punkte ihrer Strecken sammeln und damit Angaben zu Steigung, Dauer, Kraft- und Energieeinsatz ihrer Trainingseinheit dokumentieren. Anschließend werden die Daten auf das Portal Strava.com hochgeladen und sind, falls vom Anwender gewünscht, öffentlich einsehbar. Noch im September 2017 taxierte die BBC die Mitgliederzahl des Netzwerkes auf zehn Millionen. Strava selber brüstet sich damit, drei Billionen Datenpunkte für ihre aktuelle Karte verarbeitet zu haben.

Für die US-Armee ist das Problem, dass Kartendienste ungefragt die Lage ihrer Basen preisgeben, nicht neu. Bereits in der Vergangenheit zeigte Google Maps sehr deutlich Rollfelder und Einrichtungen von Armee oder Luftwaffe. Der Internet-Konzern musste seine Luftaufnahmen in vielen Fällen verpixeln. Doch die Strava-Heatmap geht nach Meinung des Analysten Ruser noch weiter. Sie könnte dem Feind als Werkzeug zur Aufklärung dienen. Für jeden sei einsehbar, welche Verkehrswege besonders häufig genutzt werden und wie häufig das Personal trainiere, schreibt Ruser auf Twitter.

Laut des britischen „Guardian“ enttarne die Heatmap von Strava US-Basen in der afghanischen Region Helmand. So seien eindeutig Bewegungen und Routen des Personals erkennbar. Die genaue Lage der Stützpunkte sei eigentlich Verschlusssache. Auf Google Maps sind die Standorte nicht sichtbar.

Das US-Verteidigungsministerium behält sich eine Bewertung der Vorgänge noch vor. Eine Sprecherin kündigte gegenüber CNN an, die Richtlinien für mobile Geräte wie Smartwatches nochmals zu überdenken. Generell ist das Militärpersonal dazu angehalten, keine mobilen Geräte auf Stützpunkte mitzunehmen.

Von sos/RND

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