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Netzwelt Datenanalysefirma löschte Facebook-Daten erst 2017
Nachrichten Medien Netzwelt Datenanalysefirma löschte Facebook-Daten erst 2017
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14:46 07.05.2018
Die Datenanalyse-Firma „Cambridge Analytica“ hat entgegen früherer Angaben erst im April 2017 die letzten Datensätze von Facebook gelöscht. Quelle: dpa
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London

Der Datenskandal von Facebook spitzt sich weiter zu: Die inzwischen insolvente Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica hatte Informationen über die betroffenen Facebook-User trotz mehrfacher Aufforderung nicht gelöscht. Erst im April 2017 - also 16 Monate nach der ersten Ermahnung durch Facebook und weit über den US-Wahlkampf hinaus - bestätigte das umstrittene Unternehmen, dass es keine „abgeleiteten Daten“ von Facebook mehr aufbewahre, wie der „Guardian“ berichtet.

Unerlaubter Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen

Im März war bekanntgeworden, dass sich Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hatte. Facebook hatte das Unternehmen seit Dezember 2015 immer wieder zur Löschung der Informationen aufgerufen. Laut dem „Guardian“-Artikel seien wohl Rohdaten entfernt worden, nicht aber die daraus abgeleiteten - und fürs Microtargeting wichtige - Analysen und Vorhersagemodelle.

Daten waren auf Servern versteckt

Der „Guardian“ bezieht sich dabei auf interne E-Mails. Außerdem ist von nicht namentlich genannten Mitarbeitern die Rede, die berichten, dass die Daten versteckt auf den Servern der Firma gespeichert worden seien. Man habe sie nur abrufen können, „wenn du wusstest, wo sie waren“, hieß es.

Firma arbeitete mit Trumps Wahlkampfteam zusammen

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Laut Facebook-Schätzungen könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein.

Datenskandal habe alle Kunden vertrieben

Am vergangenen Mittwoch erklärten Cambridge Analytica und die britische Dachgesellschaft SCL Group, sie hätten Insolvenz beantragt und stellen den Betreib ein. Die Medienberichte über die Firma hätten praktisch alle Kunden vertrieben, hieß es zur Begründung. Die finanzielle Lage sei „prekär“. Zugleich sind führende Mitarbeiter und Geldgeber bereits bei einer neuen Datenanalysefirma an Bord.

Von RND/dpa

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