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11:00 05.01.2018
Probleme inside: Computerchips des kalifornischen Herstellers sind von der Sicherheitslücke betroffen. Quelle: dpa
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Berlin


Das Problem ist: Wir wollen alles billig, am besten kostenlos. Wir wollen es schnell. Und bequem soll es natürlich auch sein. Im Falle der IT-Sicherheit ist das eine fatale Kombination. Es macht unsere Welt unsicherer.

Die Sicherheitslücken, die Forscher in Prozessoren entdeckt haben, sind nicht irgendein Hinterhofproblem. Sie zeigen: Wir können uns auf unsere Infrastruktur nicht verlassen – und das, obwohl sie zum Beispiel die Basis für die Industrie 4.0 sein soll und auch privat eine immer größere Rolle spielt. Die Lücken erlauben es Angreifern, zahlreiche Daten aus unseren Geräten zu holen, zum Beispiel Passwörter, Bankdaten et cetera. Dafür, dass noch niemand diese Lücken genutzt hat, gibt es keine Gewähr. Sie bestehen seit Jahren – und wenn Forscher sie gefunden haben, dann können auch Geheimdienste seit Langem von ihnen wissen.

Die Angreifbarkeit resultiert aus einem Mechanismus des Prozessors, der unsere Geräte zugleich schneller und sparsamer macht. Dieser Mechanismus ist, für sich betrachtet, sehr sinnvoll. Die Probleme entstehen aus dem sorglosen Umgang mit den Geräten. Auf das Handy, das wir fürs Onlinebanking nutzen, laden wir zugleich Spiele, ohne darauf zu achten, woher sie kommen – Hauptsache, sie sind umsonst. Nachrichten lesen wir auf werbefinanzierten Portalen – ohne darauf zu achten, dass Werbung ein Einfallstor für Spionageprogramme sein kann. Wir wollen alles sofort. IT-Sicherheit aber ist teuer – und macht langsam. Die FDP hat vor der letzten Wahl mit dem Spruch „Digitalisierung first, Bedenken second“ geworben. Was wir brauchen, ist das Gegenteil.

Falk Garbsch ist Sprecher des Chaos Computer Clubs.

Von Falk Garbsch

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