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13:10 04.01.2018
Ein Paar moderiert die Realityshow im Einfamilienhaus: Jana Julie Kilka und Thore Schölermann. Quelle: Pro7
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Berlin

Es ist eine hochgradig verschärfte Form von „Big Brother“ und schon seit Monaten umstritten: die Realityshow „Get the F*ck out of my House“, die ab dem heutigen Donnerstag wöchentlich um 20.15 Uhr auf Pro7 ausgestrahlt wird. Das Rezept ist simpel: Leben wie im Stall. Man pferche 100 Kandidaten für die Dauer eines Monats in ein Wohnhaus, das eigentlich für eine vierköpfige Familie gedacht ist. Dann halte man mit der Kamera drauf und warte ab, was passiert. Zwei Wochen bevor bei RTL die Dschungelshow „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ startet, hat Pro7 damit seinen eigenen Menschenzoo im Programm – der Sender bezeichnet das fragwürdige voyeuristische Spektakel aber lieber wahrheitsverschwurbelnd als „Strategie-Reality-Show“.

Den 100 Kandidaten im Alter von 19 bis 82 Jahren winkt ein Gewinn von bis zu 100 000 Euro – Sieger ist, wer bis zum Schluss übrig bleibt und das Domizil als Letzter verlässt. Die Selbstdarsteller unter den Teilnehmern hoffen zusätzlich auf einen Bekanntheitsschub und viele neue Facebook-Freunde. Ansporn genug für 45 Frauen und 55 Männer, sich für bis zu vier Wochen auf 116 Quadratmeter Wohnfläche zu drängen – damit steht jedem in etwa die Grundfläche eines Bierkastens zur Verfügung. Es gibt überdies nur vier Betten, eine Dusche und ein WC, der Kühlschrank ist halb leer. Am Anfang müssen ein paar Äpfel und Kartoffeln reichen, mithilfe von Spielen wie etwa Torwandschießen oder Kartenschnippen kann man sich zum Beispiel ein Stück Käsebrötchen oder etwas Schokolade dazuverdienen.

Und wie sollen 100 Leute mit nur einem Klo auskommen? Wenn alle Stricke reißen, werde er in eine leere Plastikflasche pinkeln, tönte ein Kandidat im Vorfeld.

Die Enge einer Sardinenbüchse, die karge Kost, dazu Kandidaten aus unterschiedlichen Milieus vom Fernfahrer über den Internet-Hipster bis zum Rentner – ganz klar: Die Produktionsfirma Ufa zieht die Daumenschrauben an, um für Zoff zu sorgen. Denn was passiert, wenn im Realityfernsehen pure Harmonie herrscht, ist bekannt: lähmende Langeweile, sinkende Quoten.

„Get the F*ck out of my House“ wurde bereits vorigen Mai im Eifel-Städtchen Mechernich aufgezeichnet, das für seine schöne Wasserburg berühmt ist. Von Anwohnern und örtlichen Medien skeptisch beäugt, stürmten die 100 Kandidaten am ersten Drehtag das Haus, nur eine Plastikbox mit Klamotten und Hygieneartikeln als Gepäck dabei. Beim anfänglichen Gedränge sollte es aber nicht lange bleiben, denn viele Teilnehmer warfen vorzeitig das Handtuch. Außerdem wählten die Kandidaten einen Chef, der mit den Worten „Get the Fuck out of my House“ („Verschwinde aus meinem Haus“) andere Bewohner rauswerfen konnte und der als Einziger einen Wohnbereich mit eigenem Bad und Schlafzimmer zur Verfügung hatte.

Ursprünglich sollte die Voyeur-show schon 2017 laufen, doch nun überbrückt Pro7 damit die Zeit bis zum Start der Show „Germany’s next Topmodel“, die ab Februar den Donnerstagabend bespielt. Bei der Fernsehmesse in Cannes sei der Export aus dem niederländischen Fernsehen das meistbeachtete Format gewesen, berichtet der Sender. Die Schlüssellochshow wird von Thore Schölermann („The Voice of Germany“) moderiert – gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Jana Julie Kilka. In den vorab gezeigten ersten Ausschnitten der Show bemühen sich die beiden, als Moderatoren mindestens so sarkastisch rüberzukommen wie Sonja Zietlow und Daniel Hartwich in der RTL-Dschungelshow – leider vergeblich.

Von Cornelia Wystrichowski

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