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Medien Marietta Slomka kontert CSU-Politiker Dobrindt
Nachrichten Medien Marietta Slomka kontert CSU-Politiker Dobrindt
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16:12 05.01.2018
Alexander Dobrindt und Marietta Slomka im „heute Journal“ Quelle: ZDF / Screenshot
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Mainz

Mit seinem Aufruf zu einer „konservative Revolution“ hat CSU-Mann Alexander Dobrindt am Donnerstag für Diskussionen gesorgt. „Wir brauchen den Aufbruch in eine neue, konservative Bürgerlichkeit, die unser Land zusammenführt, unsere Wertegemeinschaft stärkt und unsere Freiheit verteidigt“, schrieb Dobrindt in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Die Welt“.

Das ZDF „heute Journal“ bat den CSU-Landesgruppenchef daraufhin um ein Interview. Rund sieben Minuten lang stellte sich Dobrindt den Fragen von Moderatorin Marietta Slomka – und die hatten es in sich.

Als der Politiker von einem „linken Meinungs-Mainstream“ sprach, der die zahlreichen konservativen Bürger nicht ausreichend repräsentiere, hakt die Journalistin nach: „Die Frage ist ja, ob das so zutrifft, dass der Mainstream von einer Art „linken Diktatur“ unterdrückt wird?“ Dabei geht Slomka auch auf Dobrindts Aussage „Deutschland ist nicht Prenzlauer Berg“ ein.

Revolution – aber gegen wen?

Detailliert beschreibt sie, dass gerade dieser Berliner Stadtteil doch eigentlich sehr bürgerlich geprägt sei. „Ich weiß jetzt nicht, welche Vorstellung sie von Prenzlauer Berg haben, aber gerade da wohnen deutsche Familien mit kleinen Kindern, die so bürgerlich sind, dass sogar ein Eiscafé Ärger wegen Ruhestörung bekommt“, kontert Slomka. „Gegen wen wollen sie da eine Revolution anführen?“, fragt die Moderatorin.

Dobrindt weicht der Frage aus und lenkt das Gespräch erneut auf die Gruppe, die sich von den etablierten Parteien nicht vertreten fühlen würde. Dabei zieht er auch die SPD und die Linke in Verantwortung. Er sehe es als seine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass sich die AfD nicht dauerhaft im Bundestag etablieren werde.

Mit der Antwort gibt sich Slomka nicht zufrieden: Die Frage sei, ob man Protestwähler zurückholt, indem man ihre Parolen übernimmt. „Sind Sie sicher, dass das deutsche Bürgertum eine Revolution möchte?“, fragt sie weiter nach. Der präzisen Argumentation der Moderatorin und den kritischen Fragen hat Dobrindt nichts entgegenzusetzen.

Dobrindt in der Defensive

Slomka lässt auch im weiteren Gesprächsverlauf nicht locker. Heute sei es in Deutschland problemlos möglich, dass Homosexuelle Minister werden, außerdem könne man sogar ein außereheliches Kind haben und als CSU-Politiker weiter Karriere machen. „Wollen Sie das denn zurückdrehen?“ Der CSU-Minister rudert zurück, geht in die Defensive und verweist auf seine Definition der konservativen Werte.

Für ihre forschen Fragen wurde Marietta Slomka nach der Sendung auf Twitter und Facebook gelobt. Ein Video der Schalte wurde bis Freitagmittag über 75.000 Mal aufgerufen. Bereits in der Vergangenheit gab es positive wie auch negative Reaktionen auf Interviews der Moderatoren. In einem Gespräch mit Sigmar Gabriel legten beide Seiten einen scharfen Ton zutage. Das Interview von 2013 wurde im Nachhinein ebenfalls viel diskutiert.

Von RND/mkr

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