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Medien Kleists Tod am Wannsee bei Arte
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13:00 22.05.2017
Kleists Seelenverwandte: Die als todkrank geltende und recht brav anmutende Henriette Vogel (Birte Schnöink) soll die Partnerin für den Doppelselbstmord des Dichters sein. Quelle: Screenshot
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Hannover

Heinrich von Kleist war zu seiner Zeit ein bedeutender Schriftsteller („Die Marquise von O.“, „Michael Kohlhaas“). Die Tat überraschte die Literaturwelt: Am 21. November 1811 erschoss der 34-Jährige erst seine Freundin und dann sich selbst, am Kleinen Wannsee in Berlin. Das ist der Hintergrund zum Film „Amour Fou“, der auf Arte zu sehen ist.

Suche nach der suizidbereiten Seelenverwandten

„Würden Sie mit mir sterben wollen?“, fragt Heinrich von Kleist (Christian Friedel) seine Cousine Marie (Sandra Hüller), die jedoch ebenso bestimmt wie höflich ablehnt. So sucht der Erzähler und Dramatiker nach einer anderen Seelenverwandten und glaubt sie in der als todkrank geltenden und recht brav anmutenden Henriette Vogel (Birte Schnöink) zu finden, die glücklos mit Friedrich Louis Vogel (Stephan Grossmann) verheiratet ist.

Mit ihrem ausdrücklichen Einverständnis erschießt er sie schließlich, anschließend sich selbst. Da ein Suizid in jener Zeit gesellschaftlich und kirchlich geächtet ist, kommt eine Beerdigung auf einem Friedhof nicht in Betracht, und so werden beide direkt am Seeufer bestattet. Dort findet sich heute ein mittlerweile restauriertes Ehrengrab.

Kunstvolle Bilder für die Tragödie

Auf Erden sei ihm nicht zu helfen gewesen, schrieb Kleist an seine Schwester Ulrike. Regisseurin Jessica Hausner („Lourdes“) findet für diese Tragödie mit wahrem Hintergrund sehr kunstvolle und kühle Bilder. Stellenweise wirken sie schon fast wie historische Gemälde - vor allem dann, wenn Blumen und Hunde ins komponierte Bild geraten..

Und Hausner lässt die Schauspieler so sprechen wie man vor 200 Jahren eben gesprochen hat - was ebenso stimmig wirkt wie die schöne, fast zeitgenössische Ausstattung mit Tapetentüren, tiefroten Vorhängen und mit Porzellan gedeckten Tischen. Es wird gesungen und eifrig diskutiert („Aber nicht doch, mein Täubchen!“). Die Sprache mag zwar altmodisch wirken, ist aber stark an die Briefwechsel des Herrn von Kleist angelehnt.

Frage nach dem Tod als Erlösung

Von einer plumpen Nacherzählung kann allerdings keine Rede sein. Der Filmtitel „Amour Fou“ („Verrückte Liebe“) verwirrt allerdings, denn das war sie ganz sicher nicht, höchstens unkonventionell, in jedem Fall aber wohl unromantisch. Diese beiden traurigen Hauptfiguren, der lebensmüde und egozentrische Dichter und die unglückliche und starrköpfige Frau Vogel, liebten vermutlich noch nicht einmal sich selbst. Ob der Tod für sie die ersehnte Erlösung war, weiß man nicht.

Von Klaus Braeuer

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