Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Medien Judith Rakers über ihre neue Sendung „Kriminalreport“
Nachrichten Medien Judith Rakers über ihre neue Sendung „Kriminalreport“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:56 27.08.2018
Quelle: Thomas Pritschet/NDR

Frau Rakers, im „Kriminalreport“ geht es um echte Verbrechen. Klingt wie „Aktenzeichen XY“, oder?

Das denken viele, aber es handelt sich doch um eine ganz andere Sendung, wir haben ein breiteres Themenspektrum als „Aktenzeichen XY“. Im „Kriminalreport“ unterstützen wir zwar auch ab und zu die Polizei bei der Suche nach Tätern, aber es gibt keine Livefahndung. Unser Themenschwerpunkt ist Prävention und Sicherheit. Wir machen eine Magazinsendung, in der wir mit Beiträgen oder Studiogesprächen vor allen Dingen für Aufklärung sorgen wollen.

Um was geht es in der ersten Sendung?

Zum Beispiel um sogenannte Super-Recogniser, das sind Menschen, die sich Gesichter viel besser merken können als andere. Wenn Super-Recogniser Bilder von Überwachungskameras sehen, schaffen sie es in ganz kurzer Zeit, Menschen zu identifizieren. Die Polizei nutzt zunehmend die ganz besondere Begabung von solchen Leuten, bei Scotland Yard in Großbritannien gibt es sogar eine eigene Abteilung dafür. Bei uns in Deutschland kamen Super-Recogniser auch schon zum Einsatz, zum Beispiel in Zusammenhang mit der Kölner Silvesternacht, wo es ja auch nur Bilder von Überwachungskameras gab. Die bayerische Polizei baut derzeit zum ersten Mal in Deutschland eine entsprechende Einheit auf.

Hört sich nach einem klassischen Boulevardthema an.

Nein, es ist ein Einblick in die Polizeiarbeit. Wir wollen den Zuschauern mit diesem und anderen Beiträgen zeigen, was sich im Bereich der Ermittlungsarbeit aktuell tut, welche neuen Methoden es gibt.

Wenn man an Sie denkt, ist das Thema Verbrechen weit weg. Welche Affinität haben Sie zum Thema?

Dass Sie mich nicht auf den ersten Blick mit dem Thema Kriminalität verbinden, fasse ich jetzt mal als Kompliment auf (lacht). Aber im Ernst: Ich habe die gleiche Affinität zum Thema Verbrechen wie die meisten in diesem Land. Ich lebe ja auch hier und bin genauso betroffen oder nicht betroffen wie jeder andere. Vielleicht habe ich ein bisschen mehr Einblick als viele, weil ich ja zum Beispiel in der „Tagesschau“ über die Kriminalitätsstatistik berichte.

Sind Sie selbst schon mal straffällig geworden?

Nein, bin ich nicht (lacht).

Oder das Opfer einer Straftat?

Allerdings, vor einigen Jahren wurde mein Auto gestohlen. Der Wagen war direkt vor meiner Wohnung in einem belebten Hamburger Stadtteil auf der Straße geparkt und wurde wahrscheinlich von einer auf Autodiebstähle spezialisierten Diebesbande geklaut. Die Polizei hat mir damals erklärt, dass diese organisierten Banden die Autos innerhalb weniger Sekunden mit ihrem Laptop knacken, indem sie das Auto per Funksignal öffnen.

War’s ein schönes Auto?

Ich fand schon, ein Geländewagen. Ich verrate Ihnen aber nicht, welches Fabrikat. Ich hatte ihn, weil er einen Pferdeanhänger ziehen konnte.

Was war Ihr erster Gedanke, als das Auto weg war?

Der erste Gedanke war: Den Wagen habe ich woanders geparkt, der stand da gar nicht. Jeder Großstädter kennt das – man muss oft fünfmal um den Block fahren, bis man einen Parkplatz kriegt, da kommt man schon mal durcheinander. Der zweite Gedanke war: Die Polizei hat das Auto vielleicht abgeschleppt. Leider stellte sich dann heraus, dass es geklaut war. Das Schlimme ist ja nicht nur, dass das Auto weg ist, sondern dass man auch viele persönliche Dinge im Wagen hat, die dann auch weg sind. Seitdem bewahre ich meinen Autoschlüssel in einer Metallbox auf, damit man ihn nicht mehr per Laptop auslesen und zum Öffnen des Wagens benutzen kann, wie das professionelle Diebe von der Straße aus machen.

Ist Ihr Wagen je wieder aufgetaucht?

Nein, der blieb verschwunden.

Welche Verbrechen verabscheuen Sie am meisten?

Verbrechen gegen Menschen natürlich, vor allem gegen Wehrlose wie Kinder.

Und welche Delikte halten Sie für entschuldbar?

Schwierige Frage, dazu gibt’s ja ganze Bücher. Da können Sie zum Beispiel den kompletten Ferdinand von Schirach rauf- und runterlesen (lacht). Also erst mal: Verbrechen bleibt Verbrechen, daran gibt es nichts zu deuteln. Aber natürlich hat man mehr Verständnis für eine Frau, die den Vergewaltiger ihrer Tochter erschießt, als für einen Mann, der einen Säugling missbraucht. Aber Verbrechen bleibt trotzdem Verbrechen.

Lesen Sie gern Krimis?

Ich bin eigentlich keine Krimi-Mimi, die jeden Abend vor dem Einschlafen in einem schmökert. Aber ab und zu lese ich schon einen Krimi, zum Beispiel, wenn wir in der Talkshow „3 nach 9“ einen Krimiautor zu Gast haben und ich mich auf das Gespräch vorbereite.

Und was ist mit dem „Tatort“ im Ersten?

Schau ich gern, ich mag aber auch skandinavische Krimis. Beim „Tatort“ gucke ich besonders gern die Filme aus Bremen mit Sabine Postel und Oliver Mommsen, und auch die lustigen Fälle mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl aus Münster. Den aus Bayern finde ich auch schön.

Sie hatten ja auch einmal einen Kurzauftritt im „Tatort“ …

Stimmt, das war vor zwei Jahren in einem „Tatort“ mit Til Schweiger, in dem ich im „Tagesschau“-Studio als Geisel genommen wurde. Ich halte mich grundsätzlich aber lieber an die Realität.

Zur Sendung und zur Person

Echte Verbrechen stehen im Mittelpunkt der neuen Magazinsendung „Kriminalreport“, mit der die ARD dem altehrwürdigen ZDF-Klassiker „Aktenzeichen XY“ Konkurrenz machen möchte. Es geht um neue Ermittlungsmethoden, Fahndungen nach Tätern und Tipps zur Vorbeugung von Straftaten. Die erste Folge des neuen Livemagazins läuft am 27.August um 20.15 Uhr im Ersten, moderiert wird der „Kriminalreport“ von Judith Rakers.

Rakers kam 1976 in Paderborn zur Welt und arbeitete schon während ihres Geschichts- und Germanistikstudiums journalistisch. Von 2004 bis 2010 moderierte sie das „Hamburg Journal“ im NDR, seit 2005 präsentiert sie die „Tagesschau“ im Ersten. Außerdem moderiert sie an der Seite von Giovanni di Lorenzo die Radio-Bremen-Talkshow „3 nach 9“. In Umfragen wurde Judith Rakers schon mehrmals zur beliebtesten Nachrichtensprecherin Deutschlands gewählt, die passionierte Reiterin lebt in Hamburg.

Von Martin Weber

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie sieht die Staffel 8 von Game of Thrones aus? Einen ersten Einblick gibt ein Vorschau-Trailer des Senders HBO – dort werden auch kleine Ausschnitte aus „Big Little Lies“ und „True Detective“ gezeigt.

27.08.2018

Zum siebten Mal ermittelten Nora Tschirner und Christian Ulmen im „Tatort“ als Kommissare Dorn und Lessing in Weimar. Doch „Die Robuste Roswita“ hat nicht allen Zuschauern geschmeckt.

27.08.2018

„Familie Lotzmann auf den Barrikaden“ ist eine der vergnüglichsten TV-Komödien des Jahres. Warum legt das Erste sie dann bloß auf den Dienstag um 22.45 Uhr, wo die Publikumsmassen schon reichlich ausgedünnt sind?

26.08.2018