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Medien Roseanne ist zurück im Fernsehen
Nachrichten Medien Roseanne ist zurück im Fernsehen
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14:50 02.04.2018
Gereift an Jahren: Roseanne Barr als Roseanne Connor (vorne, 2. v. r.) mit Ehemann Dan (John Goodman, vorne rechts) im Kreis ihrer Lieben. Nach mehr als 20 Jahren Pause startet die Familienserie wieder durch. Quelle: ABC
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Roseanne wählt Trump. Macht das die Neuauflage der Serie politischer?

Die Serie war immer politisch. Alles, was der arbeitenden Bevölkerung passiert, ist politisch.

Wie in der ersten Folge, wo Roseanne und ihr Mann die Medikamente zwischen sich aufteilen, weil für die volle Ration das Geld fehlt. So geht es derzeit ja nicht wenigen Familien in Amerika. Wie kommt es, dass Sie sich in deren Situation hineinfühlen können?

Weil ich unter ihnen lebe. Ich wohne in einer ländlichen Gegend unter Farmern. Und da muss ich einfach nur zuhören.

Wo ist Ihre Farm?

Auf Hawaii. Ich ernte Ananas, baue Kartoffeln an, habe 300 Makadamianuss-Bäume, mache Ziegenkäse. Wenn ich hungrig bin, kann ich meine eigenen Erzeugnisse essen.

Offensichtlich können Sie die Farm nicht selbst bewirtschaften.

Das überlasse ich meinen Enkeln. Und deren Eltern. Alle arbeiten für mich (lacht).

Und wie Sie schon gesagt haben, wissen Sie, worauf es den Leuten auf der Farm ankommt. Was liegt Ihnen persönlich am Herzen?

Dass ich Menschen aus ihrer Misere helfen kann. Indem ich ihnen die Power gebe, darüber zu lachen.

Was bringt Sie selbst zum Lachen?

Viele Standup-Komiker. Und einige Fernsehshows.

Zum Beispiel?

Die Gefängnisserie „Orange Is The New Black“. Da gibt es die verrücktesten, absurdesten Szenen.

„Roseanne” lässt sich da auch nicht lumpen. Beim Comeback der Conners gibt es einen Enkel, dessen – wie heißt es so schön – Geschlechtsbestimmung im Fluss ist, eine Schwester, die ständig „Pussy-Hat“ trägt und eine Tochter, die sich der Schulden wegen als Leihmutter verdingt. Sind Sie überrascht, wenn so etwas im Drehbuch steht?

Nein, weil das alles meine eigenen Ideen sind.

Am Ende müssen diese kontroversen Typen im Conner-Haushalt miteinander auskommen. Ist Ihre Serie so etwas wie ein Ölzweig zwischen den Fronten, in denen wir in diesen Zeiten leben?

Ich hoffe es. Wir sind zu gespalten. Auch in meiner eigenen Familie. Ich habe drei Töchter in ihren Vierzigern und die denken überhaupt nicht so wie ich. Wir streiten uns über die US-Wahl und Ähnliches. Ich glaube diese Generation will nicht durchblicken – so wie es Frauen in meiner Generation getan haben. Man muss Mitgefühl für Leute haben und nicht Ressentiments. Sonst stinkt das Leben. Ich versuche, das immer meinen Töchtern beizubringen. Und sie sagen „Fick dich”. (lacht schallend)

Man hat das Gefühl, dass Sie die Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Das stimmt.

Aber hier ist das Problem. Präsident Trump wird diese Welt niemals zu einem besseren Ort machen. Sehen Sie da vielleicht etwas, was mir entgeht?

Ich glaube, es ist die Brille durch die Sie das betrachten. Ich glaube es ist gut, dass Nordkorea in Gesprächen ist, sein ganzes Atomprogramm zu beenden. Und der Iran wird das auch bald tun. Ich finde es auch gut, dass er mit Putin Freundschaft schließen will, statt einen Nuklearkrieg mit ihm zu beginnen. Ich habe ihn vor ein paar Jahren getroffen und er war sehr nett zu mir. Seine Tweets finde ich lustig.

Zurück zur Serie. Was ist in der zehnten Staffel anders als in den neun vorherigen?

Ich bin älter. (grinst) Ich bin durch die Wechseljahre gegangen. Darum bin ich echt netter. Nicht mehr so launisch.

Alle Schauspieler aus den früheren 222 „Roseanne”-Folgen sind wieder dabei. Sind sie mit Ihnen über die Jahre in Kontakt geblieben?

Ja, ich liebe es, meine Nase in anderer Leute Angelegenheiten zu stecken.

Wie hat Ihre Mutter Sie großgezogen?

Gute Frage. Meine Mutter stammt aus einer Gesellschaft, in der Frauen der Boss im Haus waren und die ihren Mann unterstützt haben. Man nutzte Humor, um sich gegenseitig die Wahrheit zu sagen. Meine Mutter ist 84. Ich wuchs in Salt Lake City/Utah auf, dem konservativsten unter allen konservativen Staaten. Meine Mutter hat zwei schwule Söhne. Zusammen mit ihnen startete sie ein Aids-Projekt. Zu einer Zeit als die Leute noch sehr schwulenfeindlich waren.

Ihre Mutter war offenbar eine Kämpfernatur.

Sie hat mir gezeigt, dass man im Leben niemals zu kämpfen aufhören darf. Gleichzeitig hatte sie – wenn es um Familie ging – eine weiche Seite. So bin ich auch.

Haben Sie sich ein dickes Fell zugelegt?

(lacht) Ich musste es. In Wirklichkeit habe ich eine dünne Haut. Aber viel davon.

Von Dierk Sindermann/RND

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