Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Medien „Ich bin immer nur gerannt“
Nachrichten Medien „Ich bin immer nur gerannt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:23 04.10.2016
Der Mann mit der Panda-Maske: Rapper Cro. Quelle: imago
Lübeck

Sein Gesicht ist von einer Panda-Maske verdeckt, seine Musik ist Deutsch-Rap. Cro zählt derzeit zu den erfolgreichsten deutschen Musikern.

Sie haben gerade das Genre gewechselt, von der Bühne auf die Leinwand. In Ihrem Film „Unsere Zeit ist jetzt“ wollen Filmstudenten das Leben des Rappers Cro erzählen – wie viel von Ihrer eigenen Geschichte steckt da wirklich drin?

Nicht so viel. Der Film ist ja keine Biografie. Es ist eher eine Geschichte, in der ich dabei bin. Ich wollte etwas Verrücktes. Keinen geradlinigen Film, der eine Geschichte hat, die man dann erahnen kann, und irgendeinen Plot. Jetzt haben wir da ordentlich reingepfeffert mit verschiedenen Ebenen und Genres – aber gut so: Lieber ein bisschen zu viel als zu wenig!

Planen Sie weitere Filme?

Das hat jetzt erst einmal gereicht und war super viel Arbeit. Wenn ich das mit anderen Projekten in meinem Leben vergleiche, war der Film bislang wirklich am heftigsten. Da sind so viele Menschen dran beteiligt, so viel Geld, so viel Schweiß, so viel Arbeit – deswegen muss ich in nächster Zeit erst mal keinen weiteren Film machen. Aber ich glaube, es war nicht der letzte.

Sie haben Mediengestalter gelernt, machen Musik, jetzt der Film – haben Sie so etwas wie ein Haupttalent?

Zeichnen. Das kann ich vielleicht ein bisschen besser als die Musik, aber mit Musik verdient man halt ein bisschen mehr Geld. Als Maler verdient man Geld erst, wenn man tot ist. Aber dafür male ich auch fleißig, und später mal können die Enkelchen dann die Bilder verscherbeln.

Und wie malen Sie?

Auf großen Leinwänden. Mit ’ner Kippe im Mund fühle ich mich dann wie Picasso.

Wie geht’s jetzt weiter?

Ich bin vier Jahre lang nur gerannt, nie zurückgeguckt, mein ganzes Leben immer nur gerannt. Jetzt bin ich das erste Mal an dem Punkt, wo ich stehen bleibe, mich umdrehe und ganz viele Menschen mir folgen. Das erste Mal kann ich jetzt sagen: Was mache ich hier eigentlich? Ich glaub’, ich geh’ wieder heim.

Und „heim“ heißt?

Heim heißt, jetzt kann ich mal durchatmen, ein bisschen überlegen, die Sachen ein bisschen durchdachter angehen. Ich arbeite gerade an einem neuen Album und habe auch schon während der Tour ziemlich viel dafür gemacht, was eigentlich gar nicht geplant war. Und in Stuttgart – da habe ich ein kleines Haus und alles reingepackt, was ich an Musikzeug hab’ – habe ich für den ganzen Herbst Menschen eingeladen, Musiker aus der ganzen Welt, die ich kennengelernt habe, und alle spielen mir irgendwas Geiles ein. Das Album kommt dann nächstes Jahr raus und wird richtig krass!

Womit beschäftigen sich die Songs auf dem neuen Album?

Die Hauptsäulen sind natürlich immer noch das, was die Menschen interessiert – Geld, Liebe, Probleme im Alltag, Glück –, aber halt ganz anders verpackt. Raffiniert verpackt, indem ich ganz ins Detail reingehe, zum Beispiel die letzte Sekunde, bevor man stirbt, in einem ganzen Lied aufziehe. Es ist schon ein bisschen schwierig – wenn man Musik macht, muss man nicht jeden Tag ins Büro und Dinge abarbeiten, da muss man sich jeden Tag komplett was Neues überlegen.

Ein Haus in Stuttgart – Sie sind also offiziell bei den Eltern ausgezogen?

Ja. Ich war ja schon öfter mal weg und wieder zu Hause, hab’ immer wieder so ein bisschen die „base“ gepflegt. Aber jetzt bin ich wirklich mal in einem eigenen Haus – geil!

Wohnen Sie jetzt mit Ihrer Freundin zusammen?

Nee. Das ist eine Single-Bude. Mein Bruder wohnt noch da, aber es ist viel zu groß – ich habe nie gezählt, wie viele Zimmer, es hat unendlich viele. Und alle sind immer da. Jeder Raum ist etwas anderes. In einem Raum kann man malen, im anderen Raum, im Studio, kann man Musik machen, im nächsten Raum ist ein Beamer zum Videoschneiden, im nächsten steht eine überkrasse Couch, worauf alle immer Fotos machen mit irgendwelchen Mädchen. Es ist wirklich so ’ne richtige Factory wie damals Andy Warhols Studio. Wenn ich endlich mal wieder zu Hause bin nach der Tour, worauf ich mich richtig freue, dann wird die ganze Burg musikalisch eingedonnert.

Haben Sie in diesem Jahr eigentlich auch mal Urlaub gemacht?

Urlaub – nee, ich verdiene mein Geld ja mit Spielen. Ich darf spielen! Deshalb ist das, wenn ich im Sommer unterwegs bin, schon ein bisschen Urlaub.

Bekommen Sie manchmal auch Angst vor dem Erfolg?

Ja, das gibt’s. Ich hab’ angefangen in zerrissenen Jeans; jetzt ist der Erfolg da, wurde zum Standard – und jetzt muss ich etwas dafür tun, dass es so bleibt. Da muss ich mich immer wieder einmal ein bisschen prügeln, dass ich nicht krampfhaft den Standard halten will, dass ich locker bleibe. Eigentlich bin ich auch locker und brauch’s nicht.

Von Regine Ley

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Bergwerksdrama „Böse Wetter“ ist Götz George am Montagabend in seiner letzten Rolle zu sehen. Noch einmal überzeugt der Schauspieler – dieses Mal als mürrischer Patriarch.

06.10.2016
Medien „Tagesthemen“-Moderator geht in Rente - Abschied von Thomas Roth

Mehr als 38 Jahre hat Thomas Roth, Reporterlegende der ARD, aus aller Welt berichtet, zuletzt als Moderator der Tagesthemen. Nun verabschiedet sich der 64-Jährige in die Rente und übergibt an seinen Nachfolger Ingo Zamperoni.

03.10.2016
Medien 90-Jähriger soll schwer krank sein - Playboy-Welt sorgt sich um Hugh Hefner

Die Bunny-Welt ist in heller Aufruhr: Playboy-Chef Hugh Hefner, stolze 90 Jahre alt, soll schwer krank sein und nur noch 40 Kilo wiegen. Nun meldet er sich via Twitter zu Wort.

02.10.2016