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13:25 02.05.2017
Zuletzt waren die Schreiber 2007 und 2008 für 100 Tage im Ausstand. Der Streik hatte Hollywood nahezu lahmgelegt Quelle: dpa (Archiv)
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Los Angeles

Ein drohender Streik der Fernseh- und Film-Drehbuchautoren in den USA ist doch noch abgewendet worden. Die Autorengewerkschaft WGA und die Vereinigung der US-Produzenten einigten sich am Dienstag grundsätzlich auf einen neuen Tarifvertrag, wie beide Seiten mitteilten. Wegen des letzten Streiks der Autoren waren in den Jahren 2007 bis 2008 eine Reihe beliebter Fernsehserien ausgefallen. Die kalifornische Wirtschaft verzeichnete dadurch Verluste von geschätzt zwei Milliarden Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro).

Nach dem Streik kamen 2010 und 2013 weitere Tarifvereinbarungen zustande, doch die letzte lief am Dienstag aus, ohne dass ein Nachfolgevertrag geschlossen wurde. Die beiden Seiten hatten seit dem 13. März hinter verschlossenen Türen verhandelt, dabei ging es vor allem um Gesundheitsversorgung und höhere Löhne.

Neue Vereinbarung gilt für drei Jahre

Speziell die TV-Drehbuchautoren monieren, dass sie durch neue Entwicklungen in der Branche wie dem Aufstieg der Streaming-Dienste nicht mehr fair entlohnt würden.

Die Mitglieder der Autorengewerkschaft hatten im April mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, einen Streik zu genehmigen. Die WGA hätte mit diesem Mandat am Dienstag zu einem sofortigen Ausstand aufrufen können, wenn es keine Einigung gegeben hätte. Die WGA teilte mit, dass in den wichtigsten Verhandlungspunkten Erfolge für die Autoren gesichert worden seien. So sei die Gesundheitsvorsorge und eine höhere Bezahlung auf Jahre hinaus sicher gestellt worden. Auf die dreijährige Laufzeit gerechnet gebe es für Gewerkschaftsmitglieder zusätzliche Einnahmen von 130 Millionen Dollar, hieß es in einer Erklärung.

Bei einem Streik hätten die Late-Night-Shows sofort ihre Sendungen einstellen müssen, wie das schon 2007 bis 2008 geschah. Die Fernsehsender hätten ihre Termine für neue Staffeln möglicherweise nach hinten verschieben müssen. Die Filmindustrie hätte einen Streik erst mit einiger Verzögerung zu spüren bekommen. Der Ausstand vor zehn Jahren hatte auch größere Auswirkungen für TV-Sitcoms und Dramaserien sowie die Filmproduktion gehabt.

Diesmal geht es vor allem darum, wie Fernsehinhalte mittlerweile verkauft werden. Es gibt über Streamingdienste wie Netflix und Amazon zwar mehr Kanäle und damit deutlich mehr Serien - und zwar sind es in dieser Saison 455 und damit doppelt so viele wie vor sechs Jahren. Viele Serien haben aber mittlerweile weniger Folgen als die früher traditionellen 22 bis 24 Episoden. Das bedeutetet auch weniger Geld für die Autoren, die pro Folge bezahlt werden.

Die Drehbuchautorin und Schauspielerin Lena Dunham hatte vor Bekanntgabe der Einigung erklärt, sie hätte einen Streik diesmal unterstützt. „Ich hätte ohne die Gewerkschaft niemals die Krankenversicherung gehabt, die ich hatte, und das ist einer der Hauptpunkte hierbei“, sagte Dunham am Montagabend (Ortszeit) bei der Met Gala in New York. Auch 2007 bis 2008 hatte eine Reihe von TV-Stars wie Jay Leno und Tina Fey den Streikenden den Rücken gestärkt.

Von dpa/RND/zys

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