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Medien „Es muss nicht immer Drama sein“
Nachrichten Medien „Es muss nicht immer Drama sein“
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08:00 01.06.2017
„Ich wollte unbedingt mal wieder eine Komödie drehen“: Tom Wlaschiha. Quelle: dpa
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Vom Mystery-Man zum Vorstadtbiedermann: Tom Wlaschiha (43) ist ein vielseitiger Schauspieler. Der Deutsche, der in den USA zum Star wurde, spricht über seinen Durchbruch mit „Game of Thrones“, warum er sich beim Drehen manchmal langweilt und wieso er jetzt in der ARD-Komödie „Eltern und andere Wahrheiten“ (Freitag, 2. Juni, 20.15 Uhr) einen braven Papa spielt

Herr Wlaschiha, die international erfolgreiche Serie „Game of Thrones“, in der Sie einen geheimnisvollen Killer spielen, hat Sie einem breiten Publikum bekannt gemacht. Wann haben Sie das erste Mal gemerkt, dass Sie berühmt sind?

Tom Wlaschiha: Ich war ja zum ersten Mal bei der zweiten Staffel dabei. Als die ausgestrahlt wurde, habe ich schon gemerkt, dass ich öfter auf der Straße erkannt und von Leuten angesprochen werde. Seitdem ist es mit jeder weiteren Staffel stetig gewachsen. Was soll ich sagen? Für einen Schauspieler ist es natürlich ein Geschenk, eine solche Rolle zu kriegen, denn man lebt ja auch vom Bekanntheitsgrad.

Dürfen Sie verraten, ob Sie in der siebten Staffel dabei sein werden, die im Juli startet?

Wlaschiha: Ich darf dazu nichts sagen. Ich weiß gar nicht, ob es explizit in meinem Vertrag steht, es ist aber ein ungeschriebenes Gesetz, dass man als Darsteller in einer Serie, die von der Spannung lebt, nichts verrät. Wenn ich mich doch mal verplappern würde, müsste ich wahrscheinlich einen sehr unangenehmen Serientod sterben (lacht).

Herrscht auch bei den Dreharbeiten zu „Game of Thrones“ höchste Geheimhaltung?

Wlaschiha: Die meiste Zeit drehen wir ja in Belfast im Studio, und wer nichts mit der Produktion zu tun hat, kommt nicht aufs Studiogelände. Außerdem wissen nur die beiden federführenden Produzenten David Benioff und D.B. Weiss, was inhaltlich genau passiert. Uns Schauspieler lässt man immer im Dunkeln darüber, wie unsere Rolle weitergeht – und ob sie überhaupt weitergeht.

Was verschlägt Sie als Star einer Fantasyserie in den bodenständigen deutschen Fernsehfilm „Eltern und andere Wahrheiten“, in dem Sie an der Seite von Silke Bodenbender als berufstätiger Mutter einen Streifenpolizisten spielen?

Wlaschiha: Silke Bodenbender ist eine tolle Schauspielerin, ich wollte sehr gerne mit ihr zusammenarbeiten. Außerdem wollte ich unbedingt mal wieder eine Komödie drehen – es muss ja nicht immer nur Drama sein.

In dem Film geht es darum, wie man Familie und Beruf vereinbaren kann. Wie kriegen Sie das hin?

Wlaschiha: Die letzten Jahre waren bei mir beruflich so intensiv, dass ich selten länger als ein paar Wochen an einem Ort war. Im Moment genieße ich die Situation, an vielen interessanten Projekten zu arbeiten. Da steht das Private oft hintenan.

Sie hatten sich ja sowieso erst im Ausland nach Rollen umgeschaut, weil es in Deutschland beruflich nicht so gut lief…

Wlaschiha: Ich konnte zwar immer von meinem Beruf leben, aber ich war nicht ausgefüllt, weder von der Menge noch von den Stoffen her, die mir angeboten wurden. Deshalb habe ich mir irgendwann eine englische Agentur gesucht, quasi als zweites Standbein. Was nun daraus entstanden ist, ist toll. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir die Rollen aussuchen kann, das kenne ich auch noch ganz anders, und deshalb genieße ich diese Situation.

Worin unterscheidet sich die Arbeit für einen deutschen TV-Film von der für einen globalen Serienhit wie „Game of Thrones“?

Wlaschiha: Da gibt es viele Unterschiede. Bei einer Serie wie „Game of Thrones“ dreht man viel langsamer. Das hat manchmal den negativen Effekt, dass drei oder vier Tage an einer Szene gedreht wird, in der man selber vielleicht nur einen Satz hat, und dann sitzt man die ganze Zeit am Set rum. Es kann auch sehr anonym sein, weil man nur seine eigene Storyline dreht und die meisten anderen Schauspieler gar nicht trifft. Der Vorteil einer kleineren Produktion wie diesem ARD-Film ist, dass man über sechs Wochen mit einem Team zusammen ist, es ist viel intensiver vom Arbeiten her, und es entsteht ein familiäreres Gefühl. Das hat auch was für sich.

Kennen Sie denn Ihre berühmten Kollegen aus „Game of Thrones“ wie Peter Dinklage und Emilia Clarke überhaupt?

Wlaschiha: Kennen schon. Bei jeder Staffel gibt es vor Drehbeginn Leseproben, wo alle nach Belfast kommen und sich um einen riesigen Tisch setzen. Dann werden die Folgen der neuen Staffel laut gelesen, damit man auch mal ein Gefühl für die Zusammenhänge kriegt. Außerdem gibt es jedes Jahr Premieren, bei denen man die anderen sieht – aber nicht mit allen hat man intensiven Kontakt.

Sind Sie eigentlich selber ein Serienfan?

Wlaschiha: Ich bin sogar ein großer Serienfan. Im Moment gucke ich „Taboo“ mit Tom Hardy, eine BBC-Serie, und natürlich habe ich „Breaking Bad“ gesehen. „Santa Clarita Diet“ mit Drew Barrymore kann ich wirklich empfehlen, das ist wieder ganz was anderes. Die Amerikaner trauen sich, unkonventionelle Storys zu erzählen, thematisch Unerwartetes, was man aus Deutschland nicht so kennt.

Es gibt allerdings seit einer Weile auch in Deutschland Bemühungen, sehenswerte Serien auf die Beine zu stellen…

Wlaschiha: Stimmt, es bewegt sich was. Aber je größer der Apparat ist, desto weniger mutig sind die Produktionen. Was wirklich toll ist, zum Beispiel „Weinberg“ oder aktuell „4 Blocks“, das kommt von eher kleineren Kanälen, die sich was trauen. Das zeigt, dass man kein Riesenbudget braucht, um eine innovative Geschichte zu erzählen, sondern Mut und Kreativität. Die Produzenten müssen Regie und Drehbuch machen lassen, auch auf das Risiko hin, dass mal was nicht funktioniert.

Im Internet ist über Sie zu lesen, dass Sie beinahe Pianist geworden wären. Ist das wahr?

Wlaschiha: Naja, ich habe Klavier gelernt, als ich aufgewachsen bin, und mit 14, 15 habe ich überlegt, was mit Musik zu machen. Zum Pianisten hätte es aber kaum gereicht. Diese Gedankenspiele kamen, weil mein Onkel zu DDR-Zeiten schon erfolgreicher Opernsänger war und wegen seines Berufs reisen durfte. Das war für mich die Phantasietür zur großen Welt. Theater und Schauspiel war dann etwas Naheliegendes.

Von Cornelia Wystrichowski

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