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Medien Erst Friseur, dann Star – Die Berufe der Berühmten
Nachrichten Medien Erst Friseur, dann Star – Die Berufe der Berühmten
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19:00 30.06.2017
Die Zeit in der Apotheke war eine gute Schule: Ina Müller lernte in ihrem bürgerlichen Beruf Disziplin und den guten Umgang mit Menschen. Quelle: dpa
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Hannover

Heftpflaster und Hustensaft, bitteschön? Ina Müller gab als Apothekerin gratis noch ein Vitamin-C-Bonbon für die Kleinen obebdrein. Horst Lichter schuftete einst in einer Brikettfabrik, und der freche Klaas Heufer-Umlauf wusch als Friseur seinen Kunden den Kopf: Viele TV-Moderatoren, die heute Star-Status haben, die (fast) jeder kennt, haben ihre Brötchen davor in ganz normalen Jobs verdient. Schließlich ist Fernsehmoderator kein Lehrberuf – der Weg zum umjubelten Showmaster, der mit Witz und Lässigkeit ein Millionenpublikum bei Laune hält, ist oft gewunden, und zum Talent muss sich Glück gesellen. Sonst bleibts bei Pflaster und Kohle.

Ina Müller war gern Apothekerin

Ina Müller bereut ihr gutbürgerliches Vorleben nicht: „Es war nützlich, als Apothekerin den Umgang mit Menschen zu lernen. Ich habe diesen Beruf geliebt. Es war auch nützlich, eine gewisse Disziplin zu entwickeln“, sagt die norddeutsche Quasselstrippe. Ein Quereinsteiger wie sie war auch Stefan Raab. Der Kölner machte zunächst eine Metzgerlehre und begann ein Jurastudium, gründete dann eine Musikproduktionsfirma und wollte 1993 dem Musiksender Viva ein paar Eigenkreationen verkaufen – dabei geriet er in ein Casting und wurde als Moderator angeheuert: Der Rest der kuriosen Karriere ist TV-Geschichte.

Vom „Handelsblatt“ zum „Herzblatt“: Kai Pflaume arbeitete nach seiner Flucht aus der DDR 1989 als Aktienhändler, ehe er als Kandidat in der Flirtshow „Herzblatt“ auftrat. Dort witterte Pflaume Fernsehluft und fand so viel Gefallen daran, dass er sich bei TV-Sendern vorstellte und als Moderator für die Kuppelshow „Nur die Liebe zählt“ engagiert wurde. Heute gehört er so fest zum ARD-Programm wie der „Tatort“.

Eckart von Hirschhausen hat den Wechsel nie bereut

Wenig glamourös waren auch die ersten beruflichen Stationen anderer Stars. Birgit Schrowange („Extra“) war erst Anwaltsgehilfin, ging dann als Sekretärin zum Westdeutschen Rundfunk. Carmen Nebel, deren TV-Karriere im DDR-Fernsehen begann, arbeitete bis 1984 als Deutschlehrerin – heute begeistern ihre Musikshows im ZDF Millionen. Auch Andrea Kiewel, ebenfalls in der DDR groß geworden, war Pädagogin: Bis 1991 unterrichtete sie Deutsch und Sport, heute gibt es von ihr im „ZDF-Fernsehgarten“ gute Laune statt strenger Zensuren.

Auch andere landeten nicht gleich nach der Schule beim Showbusiness: Die Dschungelshow-Lady Sonja Zietlow war früher Flugzeugpilotin, ARD-Mann Reinhold Beckmann hat eine Lehre als Fernsehtechniker absolviert, und Eckart von Hirschhausen („Frag doch mal die Maus“) arbeitete als Arzt in der Kinderneurologie einer Berliner Klinik. Seinen Wechsel ins Unterhaltungsfach hat er nie bereut: „Bei allem wissenschaftlichen Fortschritt sind die Arbeitsbedingungen in vielen Kliniken für die Mitarbeiter schlechter geworden“, erklärt der TV-Mediziner.

Kulturmoderator Schlegl ging den umgekehrten Weg

Etliche Moderatoren waren früher Sportler: Alexander Bommes spielte erfolgreich Handball und punktet jetzt mit dem ARD-Quiz „Gefragt – Gejagt“, Rudi Cerne reüssierte einst als Eiskunstläufer und präsentiert jetzt „Aktenzeichen XY“. Andere Showmaster haben als Model angefangen, unter anderem die Blondine Sonya Kraus, die sich mit Sendungen wie „talk talk talk“ oder „Die Burg“ einen Namen gemacht hat – ihr TV-Stern ist mittlerweile aber wieder gesunken. Auch Alexander Mazza („Stadlshow“) verdiente seinen Lebensunterhalt einst auf dem Laufsteg. Ein apartes Äußeres hat in Sachen TV_Karriere noch nie geschadet.

Kaum jemals geht ein Star ohne Not und aus freien Stücken den umgekehrten Weg und verzichtet aufs Rampenlicht, um einen ganz normalen Job auszuüben. Eine der bekanntesten Ausnahmen ist Tobias Schlegl. Der Kulturmoderator („aspekte“) warf voriges Jahr die Brocken hin, um eine Ausbildung zum Rettungssanitäter zu beginnen. Er habe das Bedürfnis, etwas gesellschaftlich Relevantes zu tun, sagte er – beim Fernsehen fühlte er sich da an der falschen Adresse.

Von Cornelia Wystrichowski / RND

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