Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Medien Ellen Schwiers: „Ich möchte sterben“ – aber ihre Tochter Katerina kann ihr nicht dabei helfen
Nachrichten Medien Ellen Schwiers: „Ich möchte sterben“ – aber ihre Tochter Katerina kann ihr nicht dabei helfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:22 14.03.2019
Katerina Jacob mit ihrer Mutter Ellen Schwiers 2015 bei einer Theater-Premiere. Quelle: imago
Berg

Die Schauspielerin Ellen Schwiers möchte sterben. Sie könne mittlerweile nicht mehr laufen, sei bettlägerig und habe bei jeder Bewegung „grauenhafte Schmerzen“, sagte die 88-Jährige der „Abendzeitung“. Ihr Leiden sei trotz Schmerztherapie mittlerweile so schlimm, dass sie auch Sterbehilfe in Betracht ziehe. „Darüber habe ich schon mit meiner Tochter gesprochen, das habe ich mir gewünscht“, sagte Schwiers. Ihre Tochter Katerina Jacob, die ebenfalls Schauspielerin ist, lehne diesen Weg jedoch „leider vollkommen ab“. Nach diesen Aussagen wurde ihre Tochter nun im Netz beschimpft und kritisiert. Sie sei egoistisch, solle ihrer Mutter den letzten Wunsch doch erfüllen.

Tochter Katerina wehrt sich gegen ihre Kritiker

Nun nahm Katerina Jacob auf Facebook Stellung zu den Vorwürfen: „Jetzt frage ich mal all diese Besserwisser, diese Klugscheißer, die jetzt im Web über mich herziehen und sagen, sie fänden es eine Unverschämtheit, dass ich mich weigere, meiner Mutter Sterbehilfe zukommen zu lassen. Ja, wie denn?“, sagt sie in einem vierminütigen Video auf Facebook. „Ich habe mit meiner Mutter sehr oft darüber gesprochen und habe ihr damals angeboten, ich fahre mit ihr nach Holland. Das wollte sie nicht. Nein, sie möchte das Zuhause mache.“ Katerina Jacob finde jedoch keinen Arzt, der ihrem Leiden ein Ende setzen würde. „Soll ich ihr die Spritze setzen? Das wäre Mord. Denn wir leben ja noch in einem Gesetzesstaat. Leider Gottes ist das verboten. Ich kann mich jetzt nicht hinstellen, meiner Mutter das Kissen aufs Gesicht drücken oder ihr eine Spritze setzen.“

Gesetzesänderung als Lösung?

Der Schauspielerin seien aber die Hände gebunden, ihrer Mutter hingegen nicht. Wenn sie wollte, könnte sie sich das Leben nehmen. „Solange sie noch selbst in der Lage ist, Tabletten zu nehmen oder auch mal Tabletten weg zu lassen – das würde den Sterbeprozess extrem beschleunigen –, oder sich einen Cocktail mixen, aus den Tabletten, die sie da hat, aber das tut sie nicht. Weil sie feige ist. Sie möchte das nicht.“ Denn: „Dann hätte sie es ja schon längst getan.“ Dann wendet sich Katerina an den Staat: „Im Namen meiner Mutter fordere ich die Bundesregierung auf, dieses verdammte Gesetz endlich zu ändern und uns und unseren Körpern zu einer Selbstbestimmung zu helfen. Ich möchte, dass es bestimmt Ärzte gibt, die einem dabei helfen, wie es in der Schweiz und in Holland der Fall ist.“

Ihre Mutter erklärte, dass ihr Gehirn zwar noch funktioniere, aber 90 Jahre alt wolle sie auf keinen Fall werden: „Ich möchte keine Belastung sein. Ich möchte sterben.“ Schwiers lebt in Berg am Starnberger See und wird nach eigenen Angaben rund um die Uhr von Pflegekräften betreut. Sie stand in ihrer Karriere für zahlreiche Filme vor der Kamera.

Von RND/dpa