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Dresden macht digitale Verwaltung vor - Stadt und Telekom starten "DE-Mail"-Pilotprojekt

Dresden macht digitale Verwaltung vor - Stadt und Telekom starten "DE-Mail"-Pilotprojekt

Weil die Resonanz auf den rechtssicheren E-Mail-Service "DE-Mail" unter den Deutschen bisher mau war, sollen die Dresdner nun vormachen, wie eine vollelektronische Verwaltung funktioniert.

Daher haben gestern die Telekom, der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt nun Dresden als "DE-Mail-City" ausgerufen und wollen hier in geballter Ladung zeigen, wieviel Geld, Zeit und Papier sowohl Bürger wie auch Verwaltungen und Unternehmen sparen können, wenn sie den bisher eher ungeliebten Dienst einsetzen.

Wenn Telekom-Manager Michael Hagspiehl während der gestrigen Auftaktveranstaltung gerade nicht mit lustigen Denglisch-Phrasen (wir "launchen" dies und das) beschäftigt war, sprach er gern und oft von einem "Henne-Ei-Problem", was heißt: Solange, wie rechtssichere und verschlüsselte E-Mails nach dem "DE-Mail"-Standard für Bürger und Wirtschaftsbosse keinen erkennbaren Nutzen haben, dafür nur Aufwand und Kosten mit sich bringen, wird kaum einer sich eine DE-Mail-Adresse zulegen. Wenn aber andererseits kaum einer den Dienst nutzt, gibt auch kaum eine Behörde oder kaum eine Firma Geld dafür aus, dafür Anwendungen aus dem Boden zu stampfen. "Das war bei der Einführung der Fax-Technik auch nicht anders", glaubt sich Hagspiehl zu erinnern.

Eine Folge daraus: DE-Mails gibt es zwar schon seit Ende 2011, bisher wurden - zumindest bei der Telekom - erst "ein paar Hunderttausend" DE-Mail-Adressen registriert, was von einer flächendeckenden Erfassung aller Deutschen doch recht weit entfernt ist.

Und nun soll also die Digitalisierungs-Hauptstadt Dresden für eine Initialzündung sorgen: Neben Stadtverwaltung und Telekom macht hier etwa ein Dutzend weiterer Unternehmen mit. Als erste Anwendungen werden die Dresdner ab heute per DE-Mail ePetitionen bei der Stadt einreichen können, außerdem ein Gewerbe anmelden oder einen Wohnberechtigungsschein beantragen können. Weitere elektronische Behördengänge wollen Stadt und Freistaat nachschieben. Und da zum Beispiel auch die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt mitmacht, könnte in Zukunft auch die eine oder andere Betriebskosten-Abrechnung elektronisch bei den Dresdnern einflattern.

"Wir sind gerne die Piloten", sagte Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) über den Kontrakt mit der Telekom und Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) betonte: "Wir freuen uns sehr, Vorreiter in diesem Projekt für sichere digitale Kommunikation zu sein. Dank DE-Mail haben wir für unsere Bürger jetzt 24 Stunden geöffnet." Und die Telekom will das Projekt "DE-Mail-City" mit einer breit angelegten Werbekampagne in Dresden begleiten. Sie lässt sich da auch nicht von Kritiken aus der Vergangenheit beirren, die DE-Mails für gar nicht so sicher halten oder sie schlicht für zu umständlich und kostenträchtig halten.

Im Grundsatz ist "DE-Mail" ein abgesichertes E-Mail-System, das nur von Unternehmen angeboten werden darf, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifiziert wurden. So lassen DE-Mails einen beweissicheren Sende- und Empfangsnachweis von E-Mails zu, werden verschlüsselt ausgetauscht, zudem ist eine eindeutige Identifikation der Partner möglich. Damit eignen sie sich zum Beispiel für Behördengänge, für die bisher der Gang ins Rathaus samt Ausweiskontrolle unabdingbar war.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.07.2014

Heiko Weckbrodt

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