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Blinder inszeniert Mausjagd auf iPhone

Blinder inszeniert Mausjagd auf iPhone

Der blinde Dresdner Programmierer Jan Blüher hat ein iPhone- und iPad-Spiel für Blinde und für Sehende entwickelt und heute in Apples "App Store" veröffentlicht.

In dem Mini-Programm (App) "MouseKick" muss der Spieler durch schnelle Finger-Tipps Mäuse vertreiben, die sich durch Käselöcher an einem Edamer zu schaffen machen. Blüher hatte zuvor bereits mit "Color Visor" eine recht erfolgreiche Farberkennungs-App für Blinde programmiert.

"Das ist ein rein Dresdner Produkt", betont der 36-jährige Chef der Firma "visorApp". "Ich habe mich mit dem Dresdner Grafiker Torsten Becker zusammengesetzt und wir haben das Spiel zusammen entworfen. Ich habe dabei von Anfang an darauf bestanden, dass das ein Spiel wird, bei dem auch die Sehbehinderten mit im Boot sind. Die Musik dazu hat sein Vater Jürgen Becker beigesteuert, der bis vor kurzem der Leiter des Kinderchors der Dresdner Philharmonie war."

Damit auch Blinde die Nager auf dem Bildschirm des Computertelefons finden können, tauchen die Mäuse in Blühers Spiel "MouseKick" - je nach Käseloch-Position - mit unterschiedlichen Tönen auf. Außerdem wird Apples-Blindenhilfesystem "VoiceOver" unterstützt, das Sehbehinderten die Symbole und Aktionen auf dem iPhone-Bildschirm ansagt.

Im DNN-Test machte das Mausspiel auch einen recht launigen und gelungenen Eindruck - keine Angelegenheit für Langzeitsitzungen, aber ein netter Pausenvertreib für zwischendurch. Nur die schwarzen Mäuse - die man nicht vertreiben darf - sollten für Sehende noch etwas besser farblich abgesetzt werden.

Blüher hat derweil schon neue Ideen. So will er demnächst eine App für Kontrasterkennung im öffentlichen Raum entwickeln. Sinn dieser App: Staatliche Bauleitlinien schreiben für öffentliche Neubauten eine kontrastreiche Kennzeichnung von Hindernissen für Gehbehinderte vor, daher sind vielerorts auch Treppenstufen mit schwarzen Streifen versehen. Blühers nächste App ist vor allem für Architekten und Planer, damit diese die Perspektive von Behinderten beizeiten einkalkulieren können.

iMehr Infos: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.06.2013

Heiko Weckbrodt

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