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Medien Bild.de zeigt Antisemitismus-Doku von Arte und WDR
Nachrichten Medien Bild.de zeigt Antisemitismus-Doku von Arte und WDR
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15:40 13.06.2017
Teilnehmer einer Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin. Quelle: dpa
Hannover

Auch wenn die Vorgehensweise von Bild.de „befremdlich“ sei, so habe Arte keinen Einwand dagegen, dass die Öffentlichkeit sich ein eigenes Urteil über den Film bilde. So lautete die knapp formulierte Reaktion des Senders auf die Entscheidung von Bild.de, die umstrittene und von Arte unter Verschluss gehaltene Antisemitismus-Doku „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ am Dienstag für 24 Stunden online zu streamen. Der deutsch-französische Kultursender hatte den Film ursprünglich in Auftrag gegeben, sich aber wegen redaktioneller Einwände gegen eine TV-Ausstrahlung entschieden. Gegen diese Entscheidung hatte unter anderem der Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert.

Bild.de macht den Alleingang

Am Dienstag entschied Bild.de-Chef Julian Reichelt, sich über die Entscheidung von Arte hinwegzusetzen. „Seit Wochen wird bis in die höchsten Ebenen der Politik über diese – von Gebührengeldern produzierte – Dokumentation diskutiert – ohne dass die Bürger sie sehen dürfen. Ohne dass sie sich ein Urteil bilden können“, schrieb Reichelt in einer Erklärung. Der Verdacht liege nah, dass diese Dokumentation nicht gezeigt werde, weil sie politisch nicht genehm sei, weil sie ein antisemitisches Weltbild in weiten Teilen der Gesellschaft belege, das erschütternd sei. Damit steht nun jedem frei, dies zu überprüfen. Allerdings hatte sich Bild.de mit der Entscheidung über die exklusiven Nutzungsrechte hinweggesetzt, „die momentan bei Arte liegen“, wie Ingrid Schmitz, Unternehmenssprecherin des WDR auf Nachfrage sagte. Auch sei nicht bekannt, wie Bild.de an das Material gekommen sei. Juristisch wolle man nicht gegen die Ausstrahlung vorgehen, erklärte Arte. Auch wenn die Unterstellung, der Film passe aus politischen Gründen nicht ins Programm, schlichtweg absurd sei.

Film wird erneut geprüft

Der WDR hatte die Dokumentation für Arte produziert und sich dem Urteil angeschlossen, den Film von Joachim Schroeder und Sophie Hafner auszustrahlen. Als Begründung führen die beiden Sender an, der Film entspreche nicht dem geplanten Projekt. Laut WDR gibt es „handwerkliche Bedenken“ gegen den Film, der nun erneut geprüft werden soll.

Zuletzt hatte es viel Kritik an der Vorgehensweise von Arte und dem WDR gegeben. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte sich in einem Schreiben an Arte, WDR und ZDF verwundert geäußert, dass die Dokumentation nicht wie geplant bei Arte gesendet werden soll. Historiker wie Michael Wolffsohn und Götz Aly hatten die Dokumentation gelobt. Aly hatte dem Arte-Programmdirektor Zensur vorgeworfen.

Von nl/rnd/epd

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